Apfelbäume im Naturschutzgebiet gepflanzt

Wichtige ökologische Funktion

Im Waldgebiet des Regionalverbandes Ruhr (RVR) in Kirchhellen war am Samstag Arbeit angesagt. Revierleiter Werner Meemken und seine zahlreichen Helfer schafften eine neue Streuobstwiese. Und die hat es ökologisch in sich.

Kirchhellen

von Von Andreas Hofmann

, 11.04.2016, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Apfelbäume im Naturschutzgebiet gepflanzt

Die feißige Helfer – Margerita Hoven-Bergstein, Lukas Holzhauser, Maximilian und Markus Herber, Werner Meemken, Michael Kierdorf sowie Hund Lana, schafften neuen Lebensraum.

Zahlreiche Apfelbäume, alles alte Sorten, wurden auf einer Freifläche am Waldrand angepflanzt. Drei Monate Planung waren der Tätigkeit vorausgegangen.

Gemeinschaftsarbeit

Die Aktion ist eine Gemeinschaftsarbeit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der RAG Deutsche Steinkohle sowie des RVR. Am vergangenen Samstag legten Revierleiter Werner Meemken, Förster Markus Herber, Sohn Maximilian, Michael Kierdorf, Margerita Hoven-Bergstein und Lukas Holzhauser gemeinsam Hand an. Mehrere Helfer waren nötig, um einen Baum zu pflanzen. Der eine bohrte das Erdloch für den Stamm, die anderen errichteten das Pfostendreick, in dem der Baum dann fixiert wurde. Und während Lukas Holzhauser den Hammer schwang und Margerita Hoven-Bergstein den Pfahl führte, trugen die anderen neue Pfosten und Bäume herbei. Das sind dann Strukturelemente in der Landschaft.

"Alte" Apfelsorten

Da wächst dann der Gravensteiner, der rote Boskop oder der westfälische Güldering. „Die Apfelsorten“, wusste Meemken zu berichten, „gibt es kaum im Handel. Wir bekommen die zehn Bäume von einer Baumschule in Lünen. Die züchtet diese Arten.“ Die Bäume sind, das erkennt man an den Trieben, fünf bis sechs Jahre alt. Auf der Streuobstwiese haben sie eine wichtige ökologische Funktion. „Die Bäume sind Sitzwarten für Singvögel oder später Brutplatz zum Beispiel für den Sperlingskauz“, erzählte der Revierleiter. Und wenn die Äpfel durch Hummeln oder Wildbienen bestäubt später reif sind, interessieren sich dafür unzählige Tiere. Dazu gehören die Haselmaus, der Siebenschläfer, Iltis, Wiesel, Dachs, Fuchs und diverse Vogelarten.

Hunde an der Leine führen

Ein Ökosystem mit hohem biologischen Wert. Hier dürfen die Waldbesucher auch mal einen Apfel pflücken. Wichtig ist jedoch, „dass sie im Naturschutzgebiet ihren Hund an der Leine führen“, so Werner Meemken. Für ihn ist das Naturschutzgebiet, das durch Bergsenkungen geprägt wird, „ein spannendes Biotop, dessen Zukunft offen ist“. In der Nähe zur Wiese finden sich Seen und Moore. Hier leben Silberreiher und der Eisvogel. Kreuzottern sollen im Gebiet unterwegs sein. Seltene, unter Naturschutz stehende Pflanzen wie Königsfarn, Sonnentau und das Wollgras machen einen Spaziergang durch das Areal zum Erlebnis.

Weitere Informationen gibt es beim Heidhof, Zum Heidhof 25, 46244 Bottrop-Kirchhellen, Tel. (02045) 405610

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