Ausschuss berät über Zukunft der Turnhallen

Sportentwicklungsplanung

Die Kirchhellener Turn- und Sporthallen gehören zu den am höchsten ausgelasteten in Bottrop. Das geht aus der Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung hervor, über die der Betriebsausschuss Bottroper Sport- und Bäderbetrieb am Mittwoch (6. April) berät.

KIRCHHELLEN

, 05.04.2016, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ausschuss berät über Zukunft der Turnhallen

Die Sporthallen in Kirchhellen sind, wie hier beim gemeinsamen Sportfest von Hauptschule und Gymnasium, im Schulsportbereich immer gut ausgelastet.

Die Kirchhellener Schulen belegen die Sporthallen in 93,4 Prozent der Stunden von 8 bis 16 Uhr, der Vereinssport die Hallen zu 94,3 Prozent von 16 bis 22 Uhr. Um die Kapazitäten an Nutzung, Wünsche und demografischen Wandel anpassen zu können, hatte die Stadt Bottrop mit der Wuppertaler Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ 6000 Bottroper angeschrieben. Die höchste Rücklaufquote (34,1 Prozent) gab es in Kirchhellen.

Neubau von Turn- und Sporthallen

Im Ergebnis kommen die Verfasser der Fortschreibung Horst Hübner und Oliver Wulf zu mehreren Handlungsempfehlungen. Zunächst müsse die bestehende Halleninfrastruktur gesichert werden, da ansonsten Unterkapazitäten drohten. „Darüber hinaus sollte – trotz der angespannten finanziellen Situation der Stadt Bottrop – auch über den Neubau von Turn- und Sporthallen nachgedacht werden, wenn stark sanierungsbedürftige Hallen nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen oder wenn dies deutlich positive Effekte für den Schulsport (Schülertransporte, Richtlinien für den Schulsport) und den Vereinssport besitzt“, so Hübner und Wulf – dadurch könne man deutliche Einsparungen bei Energiekosten erzielen.

Komfort in den Hallen fehlt

Eher durchschnittlich bewerteten die Befragten Umkleide- und Sanitärbereiche. Die „Komfortfunktion“ fehle vielen Hallen, so die Verfasser, eine moderne und optisch ansprechende Gestaltung der Hallen, insbesondere der Nebenräume. Für Nutzer im Bereich Gesundheit/Fitness sei der Komfort von großer Bedeutung. Nicht eingerechnet wurde bei der Betrachtung der demografischen Entwicklung die Zuwanderung von Flüchtlingen.

Der zusätzlich entstehende Bedarf könne aufgrund mangelnder Daten nicht ansatzweise seriös abgeschätzt werden. Bis 2025 sei ansonsten ein leichter Rückgang der Nachfrage nach städtisch-öffentlichen Sporthallen zu erwarten. „Dabei zeichnet sich ab, dass – bei gleichbleibender Sportartpräferenz – gerade der klassische Ballsport aufgrund der Rückgänge bei den unter 27-Jährigen Probleme haben wird, sein momentanes Niveau zu halten.“

Nach Alternativen zur Sporthalle suchen

Der Trend gehe eher zu kleinen Einheiten, etwa für den vereinsorganisierten „Sport der Älteren“. Geprüft werden solle deshalb, ob nicht etwa Gemeindesäle, umgebaute Fabrikgebäude oder ehemalige Klassenräume für sportliche Zwecke genutzt werden könnten. Zum anderen sollte versucht werden – an Standorten, wo dies organisatorisch möglich sei – die Nachmittagsnutzung der Gymnastikräume zu optimieren. Zudem sei es sinnvoll, bei Bedarf die Sportvereine bei der Schaffung von eigenen Bewegungsräumen zu unterstützen.  

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