Bäckerei Kläsener bietet bald Emmer-Brot

Erste Emmer-Ernte eingefahren

Die Bäckerei Kläsener bietet ab Oktober ein neues Brot und eine neue Brötchensorte an. Das Ur-Getreide Emmer ist der Hauptbestandteil dieser Backware. Damit setzt der Familienbetrieb auf Regionalität und Gesundheitsbewusstsein.

KIRCHHELLEN

, 26.07.2017, 10:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Overgünne (l.) und Markus Kläsener von der Bäckerei Kläsener freuen sich, dass sie demnächst ein neues gemeinsames Produkt anbieten können: Emmer-Brot und Emmer-Brötchen.

Thomas Overgünne (l.) und Markus Kläsener von der Bäckerei Kläsener freuen sich, dass sie demnächst ein neues gemeinsames Produkt anbieten können: Emmer-Brot und Emmer-Brötchen.

Ab Oktober gibt es ein neues Brot und eine neue Brötchen-Sorte in der Bäckerei Kläsener. Wer denkt, schon jedes Brot gegessen zu haben, hat sicher noch nichts von dem Ur-Getreide Emmer gehört. „Emmer ist eine Form des Weizens und wurde früher sogar von den alten Römern angebaut. Es ist in Vergessenheit geraten, kommt aber seit circa 10 bis 20 Jahren wieder“, erklärt Stephan Kläsener. Emmer hat einen längeren Halm als Dinkel, ist dunkler und von einer natürlichen Schutzhülle umgeben. „Der lange Halm ist für uns ein Nachteil, weil das Emmer wetterempfindlicher ist. Knicken die Halme, liegt das Getreide flach. Regnet es, ist das für die Ernte nicht gut. Da muss man hoffen und Glück haben“, sagt Markus Kläsener.

Zwei zusätzliche Arbeitsschritte sind nötig Der lange Halm und die größeren Körner durch die dicke Hülle führen zu weiteren Schwierigkeiten: „In der Backstube kommen zwei zusätzliche Arbeitsschritte hinzu. Und bei der Ernte muss der Mähdrescher langsamer fahren und mit einem anderem Sieb ausgestattet sein“, so Markus Kläsener. Wegen der hölzernen Hülle musste sich Thomas Overgünne extra eine neue Maschine zulegen, die ihm bei dem Abtragen hilft. „In Fachkreisen heißt das Entspelzen“, sagt Kläsener weiter. Nach dem Dinkel holt der Familienbetrieb Kläsener nun das zweite Ur-Getreide in die Backstube. Die Landwirtschaftsfamilie Overgünne baut auf zehn Hektar Land unter anderem am Kletterpoth Emmer an. Stephan Kläsener: „Der Ertrag bei dem Emmer ist nicht so groß. Auf einen Hektar kommen sieben Tonnen Weizen, aber nur vier Tonnen Emmer.“ Neben diesen Schwierigkeiten kommen aber einige positive Aspekte hinzu, die den kniffligen Anbau und die Verarbeitung wieder wettmachen. „Emmer ist würzig und noch nussiger als Dinkel. Außerdem ist er sehr gesund: Isst man ein Emmer-Brötchen, lebt man gesünder, als wenn man Chia-Samen isst“, meint Stephan Kläsener und lacht. Echtes Superfood also, das im Vergleich zum Weizen deutlich mineralstoff- und eiweißreicher ist. Fachzeitschriften brachten den Familienbetrieb auf die Idee, sich mit Emmer auseinanderzusetzen. „Dadurch, dass Emmer sehr gesund ist und immer mehr Menschen auf ihre Gesundheit achten, kommt das Ur-Getreide zurück“, sagt Markus Kläsener.Nachhaltige und regionale Produkte Oft werde Emmer jedoch in Großunternehmen angebaut. Das Ur-Getreide geht in den Großhandel und gelangt so zu den Bäckern. „Ein Fachwissen der Bäcker ist dann nicht gefordert.“ In Kirchhellen läuft es nun anders. Das Ur-Getreide wächst ein paar hundert Meter von der Backstube entfernt. In der Mühle in Grevenbroich wird der Emmer gemahlen. Damit baut der Familienbetrieb weiterhin den nachhaltigen und regionalen Bezug ihrer Produkte aus. „Wir bekommen Obst von den Höfen Schmücker und Umberg, Eier beziehen wir von der Familie Overgünne“, zählt Markus Kläsener auf. „Der zusätzliche Aufwand wird sich geringfügig auf den Preis auswirken“, meint Stephan Kläsener. Das Emmer-Brot soll 3,70 Euro kosten.

Mehr Infos auf  www.baeckerei-klaesener.de

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