Bauern ernten weniger Obst als im Vorjahr - Wie sich das auf die Preise auswirkt

rnObst-Ernte-Fazit

Die Erträge von Obstbauern waren nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren. Dennoch spricht ein Kirchhellener Obstbauer trotzdem von einem erfolgreichen Obstjahr.

Kirchhellen

, 11.10.2019, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 2018 war für Obstbauern ein äußerst erfolgreiches Jahr, was den Ertrag angeht. Denn dieser war enorm. Im Jahr 2019 sieht die Lage anders aus, aber trotzdem nicht schlecht.

„Wenn man vom reinen Ertrag spricht, dann ist die aktuelle Saison im unteren Durchschnitt. Aber die Qualität der Früchte im Jahr 2019 ist super“, sagt Obstbauer Eberhard Schmücker (52). Er baut verschiedene Obstsorten an, darunter Erdbeeren, Blaubeeren, Süßkirschen, Äpfel und Birnen.

Aktuelle Ernte

„Die Spargelsaison ist natürlich längst vorbei. Auch die Blaubeer- und Kirschernte ist abgeschlossen“, so der Landwirt. Allerdings sei die Erdbeerernte noch in den letzten Zügen und die Apfel- und Birnenernte sei in vollem Gange.

Im Sommer habe es im Vier-Wochen-Rhythmus immer wieder Hitzeperioden gegeben. Das ist für Äpfel beispielsweise nachteilig. Sie verbrennen förmlich. „Das sind diese matschigen Stellen unterhalb der Schale. Dort gärt das Fruchtfleisch dann weiter“, erklärt der 52-Jährige. Auch Erdbeeren und Blaubeeren waren davon betroffen.

Ertragsschwankung ist normal

Dass in diesem Jahr weniger und kleinere Äpfel und Birnen an den Bäumen hängen, sei allerdings nicht nur der Witterung geschuldet. „Das nennt sich Alternanz und ist völlig normal“, sagt Eberhard Schmücker. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Prozess im Obstbau. Ertragsschwankungen im zweijährigen Rhythmus sind vor allem bei Apfel- und Birnbäumen häufig.

Jörg Umberg ist ebenfalls Obstbauer in Kirchhellen. Er sagt: „Beim Obst gab es 2017 verbreitet sehr schlechte Ernten in ganz Europa, weil sehr späte Fröste einen großen Teil der Blüten vernichtet haben. Die deswegen schwächer tragenden Bäume haben im Herbst 2017 deswegen mehr Blüten angelegt, welche in 2018 zu den dann ‚zu großen Ernten‘ geführt haben.“

Schutz-Maßnahmen

Als Schutz vor Verbrennungen lässt Eberhard Schmücker die verbrannten Äpfel hängen. So bleiben die dahinter hängenden Exemplare verschont. Gegen Trockenheit werde ausgiebig gewässert. Dazu wird auf dem Hof Schmücker ein Tropfschlauchsystem benutzt. Dieses gewährleistet, dass das Wasser auch nur an den Bäumen ankommt und nicht an den Mittelstreifen zwischen den Baumreihen.

Jörg Umberg schützt sein Obst ebenfalls: „Gegen Trockenheit können wir wässern, gegen die Hitze bedingt etwas machen durch den Einsatz kühlender Abdeckungen über den Tunneln.“

Auswirkungen für den Verbraucher

Eigentlich müssten die Preise für den Verbraucher beim Obst nun steigen. Jörg Umberg sieht die Preise für die Endverbraucher in der Regel durch zwei Faktoren bestimmt:

  • Die seit Jahren konstant steigenden Löhne beeinflussen die Preisentwicklung, denn Löhne machen beinahe 50 Prozent der Kosten bei Beerenobst aus.

  • Die Wettbewerber-Situation sieht er ebenfalls kritisch: „Wir sehen seit einiger Zeit, das große Teile des Lebensmitteleinzelhandels zwar von regionalen Nahrungmitteln reden, aber doch lieber ausländische Ware verkaufen, weil diese deutlich billiger im Einkauf ist - durch die dort niedrigeren Löhne.“ Zu diesen Preisen können deutsche Betriebe nicht produzieren, so Umberg.

Eberhard Schmücker sagt, für den Verbraucher habe es in diesem Jahr vor allem eine Auswirkung gegeben: „Klasse statt Masse“. Vom Kaliber seien die Äpfel beispielsweise etwas kleiner, aber dafür habe der Verbraucher in diesem Jahr ein „tolles Geschmackserlebnis“.

Lesen Sie jetzt