Die Baupart GmbH expandiert in Grafenwald. Dafür sollen alte Gebäude an der Hegestraße/Bottroper Straße abgerissen werden. Ursprünglich sollte der Neubau jedoch an anderer Stelle entstehen.

Grafenwald

, 16.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 100 Jahre alten Gebäude an der Ecke Hege-/Bottroper Straße sind keine Augenweide. Hinzu kommt, dass sie durch Bergbauschäden laut aktuellem RAG-Gutachten baufällig sind. Hauptgrund für Jan Gerd Borgmann, Baupart-Gesellschafter, rund zwei Millionen Euro in die Hand zu nehmen, die alten Gebäude abzureißen und einen repräsentativen Neubau an gleicher Stelle zu errichten.

„Wir brauchen in den nächsten Jahren mehr Platz. Eigentlich hatten wir angedacht, auf der Ackerfläche Richtung Bottroper Straße eine neue Halle zu bauen, das wäre deutlich günstiger gewesen“, erklärt Borgmann im Gespräch mit der Redaktion. Doch dann sei das Gutachten der RAG gekommen, das den alten Gebäuden an der Hegestraße Baufälligkeit attestierte. Die RAG schlug eine Pauschalabfindung vor, um unter den in der Vergangenheit immer wieder notwendig gewordenen Einzelmaßnahmen an den Gebäuden einen Schlussstrich zu ziehen.

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„Die Gefahr, dass die Stadt uns die Nutzung verbietet, war uns dann zu groß und daher haben wir unsere Planungen abgewandelt“, so Borgmann. Bislang hatte seine Firma in einem Teil der alten Gebäude Feuerschutztüren gelagert - und zwar in einem ehemaligen Tanzsaal. Denn in den 1920er-Jahren hatte die Familie Bornemann die Räumlichkeiten als Gaststätte und Veranstaltungshalle genutzt und auch noch bis in die 1960er-Jahre hinein betrieben. Anfang der 1980er-Jahre hatte dann Borgmanns Vater die Gebäude gekauft.

Bordell brannte kurz vor der Eröffnung

„Der Vorbesitzer wollte wohl einen Puff daraus machen. Unmittelbar vor der Eröffnung hat es dann dort gebrannt und der Besitzer hat das Gebäude für wenig Geld an meinen Vater verkauft“, erzählt Borgmann. Bis vor einigen Monaten hatte es im vorderen Teil des Gebäudekomplexes noch einen griechischen Schnellimbiss gegeben, dem hatte Borgmann jedoch kündigen müssen.

Mit den Abrissarbeiten hatte der Gesellschafter ursprünglich schon viel eher beginnen wollen, das aufwendige Genehmigungsverfahren für den Abbruch machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Borgmann hofft, den Abriss im Herbst angehen zu können. Der Neubau wird dann von der Gladbecker Straße (Osten) aus begonnen. Ein kleiner Teil soll schon vor Weihnachten stehen, mit dem Bezug des Neubaus rechnet Borgmann Ende des nächsten Jahres.

Baupart investiert zwei Millionen Euro in Neubau in Grafenwald

So soll der Neubau an der Bottroper-/Hegestraße aussehen. © Entwurf Baupart

„Ich möchte damit vor der nächsten Konjunkturkrise fertig werden“, sagt er. Der neue Gebäudekomplex soll rund 2000 Quadratmeter groß werden. 1000 Quadratmeter entfallen davon auf die Lagerhalle mit überdachtem Hofteil. Dort sollen Holz- sowie Stahltüren gelagert werden. Hinzu kommt ein zweigeschossiger Bürotrakt mit zirka 30 Arbeitsplätzen. Der vordere Teil des Baus wird ein Ausstellungs- und Schulungszentrum beheimaten.

Türen und Tore mit Zusatzfunktion

Ein Teil der Ausstellungsfläche ist für sogenannte Funktionselemente reserviert - dabei handelt es sich um Türen und Tore mit Zusatzfunktion (zum Beispiel Brandschutz, Klimaschutz oder Einbruchsschutz) und richtet sich vor allem an gewerbliche Kunden. Der zweite Teil der Ausstellung soll neben gewerblichen Kunden auch Privatleute ansprechen und wird Bauelemente für den Wohnbau - also Türen, Fenster und Beschattungssysteme - präsentieren. Voraussichtlich wird auch die Baupart-Tochter Lesker aus Moers mit einer kleinen Badausstellung vertreten sein.

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Der Neubau wird im Vergleich zu den alten Gebäuden ein Stück weiter von der Kreuzung weg errichtet werden. Laut Borgmann habe die Stadt diesen Wunsch geäußert, um später die Kreuzung eventuell vergrößern zu können. Neben dem Neubau wird auch ein großer Parkplatz entstehen. Dort könnte sich Jan Gerd Borgmann eine Skulptur oder Ähnliches vorstellen. Blickfang des Neubaus soll aber eine Betonscheibe mit Rad werden, die an einen Förderturm erinnern soll. „Der alte Förderturm hier soll abgerissen werden, deshalb kommt bei uns ein neuer hin“, so Borgmann. Außerdem wird die Fassade im Bereich zur Kreuzung hin geklinkert, und zwar mit einem historisch anmutenden Stein.

  • Die Baupart GmbH gibt es an acht Standorten in NRW. In Grafenwald an der Hegestraße gibt es das Unternehmen seit 52 Jahren.
  • Rund 80 Mitarbeiter arbeiten aktuell in Grafenwald. „Um langfristig bestehen zu können, wären 100 bis 120 Mitarbeiter unser Ziel“, erklärt Borgmann.
  • Wichtigste Standbeine in Grafenwald sind die Produktbereiche Bauelemente sowie Baueisenwaren.
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