Betreuung für Flüchtlingskinder gestartet

Welcome-Gruppe

Berührungsängste? Nicht die Bohne. Die vier kleinen Flüchtlingskinder fühlen sich schon richtig wohl in den ehemaligen Räumen der Mütterberatung hinter der Bezirksverwaltungsstelle Kirchhellen. Und dabei ist das ihr erster Tag in der Welcome-Gruppe, die für sie in den vergangenen Wochen dort eingerichtet wurde.

KIRCHHELLEN

, 21.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Betreuung für Flüchtlingskinder gestartet

Patricia Trosien hat am Montag die Betreuung ihrer Gruppe übernommen. Die Verständigung klappte auf Anhieb. „Die Großen sprechen schon ganz gut Deutsch und die anderen verstehen schon viel“, sagt die Kinderpflegerin.

Die Evangelische Kirchengemeinde Bottrop als Trägerin und die Kirchhellener Flüchtlingshilfe haben es ihnen dabei leicht gemacht. Zwei Wochen lang haben sie die zuletzt leer stehenden Räume hell und fröhlich gestrichen, Spielteppiche ausgelegt und jede Menge buntes Spielzeug verteilt.

Ort der Begegnung

Wohl und sicher sollen sich die Flüchtlingskinder aus Kirchhellen und Feldhausen hier fühlen können. Von 8.30 bis 12.30 Uhr sollen zehn Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren von montags bis freitags fortan hier betreut werden.

Gekommen sind am ersten Tag vier von ihnen. „Wir haben zwar alle Eltern schriftlich informiert, aber manche sprechen noch nicht so gut Deutsch und haben Berührungsängste. Da werden wir noch einmal hingehen und Werbung machen“, sagt Michael Bier, der die Welcome-Gruppen der Evangelischen Kirche in ganz Bottrop koordiniert. Er hofft auch, dass sich das Angebot auch unter den Eltern herumspricht. Denn auch sie sind am Kirchhellener Ring willkommen. „Sie sollen nicht nur ihre Kinder hier abliefern. Wir verstehen uns immer auch als Ort der Begegnung“, sagt Michael Bier, der auch erzählt, dass sich rund um andere Welcome-Gruppen schon Deutschkurse gebildet haben und die Eltern den Ort als Anlaufstelle für Fragen zu Behördenbriefen nutzen.

Sprache in kleinen Gruppen lernen

Damit das auch in Kirchhellen möglich ist, gibt es neben den Spiel- und Speiseräumen noch einen Raum mit einem großen Tisch, an dem sich die Eltern niederlassen können. Dass die Kinder nicht direkt in einen normalen Kindergarten gehen, habe zwei Gründe. „Zum einen sind unsere Kindergärten voll. Es gibt schon Wartelisten für Nicht-Flüchtlingskinder und wir können Kinder von Flüchtlingen ja nicht bevorzugen. Zum anderen ist es viel einfacher, in kleinen Gruppen intensiv an der Sprache zu arbeiten“, erklärt Michael Bier. Die werden die Kleinen brauchen, wenn sie irgendwann in Deutschland in die Schule gehen. „Und es ist gut, dass sie dann schon den deutschen Tagesablauf lernen und die Rituale hier verstehen“, sagt Michael Bier.

Patricia Trosien wird ihr Bestes dafür geben, den Kindern ihren Start ins Leben hier zu erleichtern. Die Kinderpflegerin hat am Montag ihre Arbeit aufgenommen und ihre Gruppe kennengelernt. Die zweite Fachkraft, eine Erzieherin mit türkischen Wurzeln, fängt in den nächsten Tagen an.

Bis Ende des Jahres bewilligt

Bis zum 31. Dezember 2016 ist die Flüchtlingskinderbetreuung in den Räumen hinter der Bezirksverwaltungsstelle erst einmal bewilligt. Das ist nicht lange, „aber es ist normal“, beruhigt Michael Bier. Die Maßnahme werde vom Land NRW, wo die evangelische Kirchengemeinde die Mittel beantragt hat, von Jahr zu Jahr neu bewilligt. „Aber für die anderen Bottroper Häuser haben wir für die Welcome-Gruppen schon Zusagen für die nächsten drei Jahre. Wir denken, die wird hierfür genauso kommen. Der Bedarf bleibt ja groß.“