Brezelkönig: "Man muss heiß darauf sein"

Interview

Zwei Jahre liegen hinter Brezelkönig Rainer Vosbeck, ein Jahr bleibt ihm noch, sein Amt zu genießen. Wir haben mit ihm über Vergangenheit, Zukunft und die Besonderheiten gesprochen, die das Amt des Brezelkönigs mit sich bringt.

Kirchhellen

von Von Manuela Hollstegge

, 13.09.2013, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Rainer Vosbeck und Monika Kleine-Wieskamp sind das amtierende Brezelkönig-Paar. <p></p> Bosse</p>

<p>Rainer Vosbeck und Monika Kleine-Wieskamp sind das amtierende Brezelkönig-Paar. <p></p> Bosse</p>

Wie haben Sie den Ausmarsch am vergangenen Wochenende erlebt?

Es war überwältigend. Zum ersten Mal sind wir ab Feldhausen marschiert, da ich da ja herkomme. Mit 150 bis 200 Leuten hätten wir gerechnet, nicht aber mit den 300 die dann tatsächlich gekommen sind. Es war wunderschön - eine rundum gelungene Veranstaltung und auch meine Nachbarn haben super mitgezogen.

Ja klar. Als nächstes steht das Stutenkerlessen an, dann die Gründungsversammlung. Und dann beginnt auch schon die ganz heiße Zeit - auch für mich als König. Aber das macht ja den Reiz des Amtes aus. Man weiß, was auf einen zukommt.

Ganz schwierig. Das Brezelfest gibt es ja nur einmal auf der Welt. Ich sag immer, wir Brezelbrüder sind die, die nach dem Schützenfest nicht genug hatten. Schießen durften wir nicht mehr, also haben wir halt mit Knüppeln auf eine Brezel geworfen.

Man braucht Glück und muss werfen können. Vielleicht sollte man auch schon etwas länger bei den Brezelbrüdern aktiv sein. Auf jeden Fall muss man heiß darauf sein und eine Familie haben, die mitzieht.

Die, die heiß auf das Amt sind, sollten möglichst lange nicht darüber sprechen. Zurückhaltung ist hilfreicher, als dauernd darüber zu reden. Wenn man wirklich ein Anwärter ist, wird man schon angesprochen. Das macht ja auch den Reiz aus, dass lange ungewiss ist, wer ein möglicher Anwärter ist.

Man nimmt mit, was man kann, darf es aber auch nicht übertreiben. Es ist und bleibt ein Hobby. Toll ist, dass man überall positiv empfangen wird und Leute trifft, die man sonst nie getroffen hätte.

Ich bin damit groß geworden. Brezel- und Schützenfeste gehörten für mich immer zu Kirchhellen. Mit 16 bin ich zum ersten Mal mit zur Königswache. 1998 oder 99 wurde ich dann von den ehemaligen Kassierern gefragt, ob ich nicht die Kasse übernehmen möchte.

Dass ich viele Leute treffe, viele Feiern mitmachen kann und alles friedlich abläuft. Ich bin sehr gespannt, was auf mich zukommt und wer mein Nachfolger wird. Gerüchte über Anwärter gibt es schon, aber ich halte mich da als König zurück.

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