CDU Kirchhellen vor 70 Jahren gegründet

Am 10. Februar 1946

Knapp 300 Mitglieder hat die CDU Kirchhellen heute. In diesen Tagen feiert der Ortsverband sein 70-jähriges Bestehen. Höhen und Tiefen hat er in dieser langen Zeit erlebt.

Kirchhellen

, 19.02.2016, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
CDU Kirchhellen vor 70 Jahren gegründet

Rainer Hürter, Anette Bunse, Eberhard Schmücker und Berthold Tönnes (v.l.) sprachen mit der Dorstener Zeitung über 70 Jahre CDU Kirchhellen.

Dazu gehörte beispielsweise die schwierige Phase nach dem Zweiten Weltkrieg, die Zeit des Aufbruchs und Aufbaus in den 60er-Jahren oder auch die anstrengenden und langwierigen Diskussionen um die kommunale Neuordnung.

Am 10. Februar 1946 traf man sich damals um 10.15 Uhr im Saal des Gasthofes Theodor Schulte-Wieschen zur Gründungsversammlung der CDU in Kirchhellen. Aus dem Protokoll der Versammlung geht hervor, wie es zur Gründung kam: "Als die Presse bekannt gab, dass zum Aufbau Deutschlands Parteien erforderlich seien, wurden auch in unserer Gemeinde Wünsche aus der alten Zentrumspartei geäußert, eine christlich-demokratische Partei zu gründen." Direktor Bitter erklärte daraufhin, man sei aufgefordert, „in dieses Chaos wieder langsam Ordnung hereinzubringen, damit zu beginnen, die Verhältnisse in unseren Gemeinden neu zu ordnen.“ Er denke gar nicht daran, ein großes Programm der neuen Partei zu entwickeln, „denn die Lage unseres Landes ist so ernst, dass wir zwar rein theoretisch geistig unsere programmatische Ausrichtung vornehmen müssen, viel wesentlicher aber die Verlebendigung desselben ist.“

Neue Gesellschaft

Als erstaunlich für diese Zeit sieht Anette Bunse, Mitglied des Landtags, Kirchhellenerin, Vorsitzende der Bottroper CDU und seit 17 Jahren Mitglied, „dass die CDU offen war für Katholiken und Protestanten. Das war nicht selbstverständlich für die Zeit“. Damals habe man eine neue Gesellschaft auf konservativen Wurzeln aufbauen wollen. 

Landwirtschaft war vorherrschendes Thema

Zwar noch nicht 70, dafür aber 51 und 49 Jahre alt sind Eberhard Schmücker und Berthold Tönnes, Mitglieder der CDU Kirchhellen. Schmücker, damals zeitweise Fraktionsvorsitzender, hat einen wichtigen Umschwung in der CDU Kirchhellen miterlebt. „Vor 1964 war das Thema Landwirtschaft sehr bestimmend. Das änderte sich dann aber durch den Zuzug vieler junger Familien“, erzählt er. Schulen, Kindergärten, Turnhallen und Spielplätze hätten auf einmal ganz oben auf der Agenda gestanden. Zu dieser Thematik gehörte auch der Bau des Kirchhellener Hallenbades 1973. Berthold Tönnes ist besonders die Diskussion um die kommunale Neugliederung 1975 im Gedächtnis geblieben. „Das war für mich die härteste und schlimmste Zeit in der Politik. Man war psychisch durch die endlosen Diskussionen und den Entscheidungsdruck sehr gefordert“, erinnert er sich.

Nicht nur schwere Stunden

Doch nicht nur schwere Stunden haben die beiden Männer mit der CDU Kirchhellen verbracht. So erinnert sich Eberhard Schmücker an auswärtige Klausurtagungen mit Übernachtung, bei denen es zünftig zuging („Wir hatten damals ja noch keine Frauen in der Partei.“). Auf solchen Tagungen habe man sich intern auch schon mal „ordentlich die Meinung gegeigt“, um dann wieder geschlossen an die Öffentlichkeit gehen zu können. Politik sei heute unpersönlicher geworden, sind sich Schmücker und Tönnes einig. „Außerdem wird es schwieriger, allen Bürgern gerecht zu werden, da sie wesentlich vielseitiger geworden sind“, so Schmücker.

Bergbau

Rainer Hürter, Vorsitzender der CDU Kirchhellen, sieht die aktuellen Themen seines Ortsverbandes neben der Flüchtlingsproblematik vor allem beim Thema Bergbau. „Wann werden die ursprünglichen Bergbaugebiete freigegeben? Was passiert mit Schacht 10? Das sind nur einige Fragen, die wir uns stellen“, so Hürter. Wichtig sei der CDU Kirchhellen auch, den Ortskern, allen voran den Johann-Breuker-Platz, attraktiv zu gestalten. „Wir wollen den Platz beleben, zum Beispiel durch eine Art Feierabendmarkt“, erklärt Rainer Hürter.   

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