Stadtkämmerer Jochen Brunnhofer erklärte in seiner Rede während der Ratssitzung, wie sich der Haushalt für das Jahr 2022 zusammensetzen wird. Insgesamt ist mit einem Überschuss von rund 590.000 Euro zu rechnen. © Aileen Kurkowiak
Finanzen

Corona-Gesamtschaden in Bottrop beläuft sich auf rund 68 Mio. Euro

Die Folgen der Pandemie werden den Haushalt der Stadt Bottrop auf Jahrzehnte hinaus belasten. Das wurde im Rat deutlich. Ohne die Pandemie hätte die Stadt ein Haushaltsplus erwirtschaftet.

Die Corona-Pandemie belastet die Stadt Bottrop 2020 und 2021 sowie in den Folgejahren bis 2024 mit rund 68 Mio. Euro. Das ist zunächst ein immenser Betrag. Abzuschreiben ist dieser Betrag jedoch erst ab dem Haushaltsjahr 2025 und auf maximal 50 Haushaltsjahre – so will es der Gesetzgeber. Diese Aussicht belastet zwar die zukünftige finanzielle Lage der Stadt, ermöglicht jedoch eine Bilanz des Doppelhaushalts 2020 und 2021, die durchaus auch für den Bezirk Kirchhellen positive Rückschlüsse lässt.

Mehraufwendungen für Kinder und Jugendliche

„Vor allem die Corona-Pandemie hat uns vor Herausforderungen gestellt, die nicht nur unerwartet waren, sondern die uns auch noch in den nächsten Jahren auf vielen Ebenen beschäftigen werden“, stellte Oberbürgermeister Bernd Tischler in der Ratssitzung fest. „Trotzdem gibt es mit Blick auf die Haushaltssituation der Stadt nicht nur negative, sondern auch positive und erfreuliche Aspekte zu vermelden.“

Oberbürgermeister Bernd Tischler ist vor allem über die Aktualisierung des Stellenplans erfreut. Höchstwahrscheinlich wird davon auch Kirchhellen profitieren.
Oberbürgermeister Bernd Tischler ist vor allem über die Aktualisierung des Stellenplans erfreut. Höchstwahrscheinlich wird davon auch Kirchhellen profitieren. © Aileen Kurkowiak © Aileen Kurkowiak

Unter anderem lässt die Beendigung des Haushaltssanierungsprogramms nach zehn Jahren neue Chancen entstehen. „Das bedeutet vor allem, dass die Stadt im kommenden Jahr mehr Freiheiten bei der Haushaltsplanung haben wird, als es in der Vergangenheit der Fall war“, so Tischler.

Besonders interessant für den Bezirk Kirchhellen: Es sind Mehraufwendungen von 2,5 Mio. Euro beziehungsweise 5,4 Mio. Euro für die wirtschaftliche Jugendhilfe und für die Kindertagesbetreuung zu erwarten. Davon werden auch Grafenwald, Feldhausen und Kirchhellen profitieren.

Insgesamt positive Bilanz für 2022

Die Bilanz von Stadtkämmerer Jochen Brunnhofer lautet: „Unter Berücksichtigung der Isolierung der Corona-Haushaltsschäden kann der Haushaltsausgleich dargestellt werden. Der geplante Überschuss beläuft sich demnach auf 590.000 Euro.“ Gute Nachrichten sind jedoch vor allem im Entwurf des Stellenplanes für das Jahr 2022 zu entnehmen. Die Gesamtzahl der Stellen steigt von 1.633 auf 1.697.

Der nächste Schritt wird sein, dass nun die Parteien in die Haushaltsberatung gehen und Wünsche und wichtige Projekte äußern können, die für die kommenden Jahre berücksichtigt werden sollen.

Kirchhellens Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder erklärt: „Dass etwas für Kinder und Jugendliche getan wird, ist immer richtig. Auch sollten dringend die Straßen in Kirchhellen und im gesamten Bottroper Stadtgebiet weiter in den Fokus rücken.“

Außerdem müsse man sich mit kurz- und mittelfristigen Lösungen rund um Überschwemmungsgebiete beschäftigen. Besonders die Beispiele Horsthofstraße und Alter Postweg hätten gezeigt, dass Probleme durch beispielsweise vollgelaufene Keller mehr Aufmerksamkeit erforderten. „Ich hoffe, dass solche Planungsgelder im Haushalt berücksichtigt werden, um uns intensiver mit den Problemstellen beschäftigen zu können“, betonte der Bezirksbürgermeister.