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„Da ist das Ding“

Brezelabholen

Wer die Adresse der Brezelkönigin verlegt hatte, der ging am Donnerstag im Dorf dennoch nicht verloren. Er folgte einfach den vielen Blaukitteln, die schon weit vor 18 Uhr zielstrebig zum Haus von Andrea Sauerbach liefen. „Jetzt ist es endlich soweit“, rief ein begeisterter Brezelaner einem Freund zu – und sprach damit wohl den rund 400 Brezelanern aus der Seele, die sich aufgemacht hatten, um den Brezel durchs Dorf zu tragen.

Kirchhellen

von Jennifer Riediger

, 04.09.2017 / Lesedauer: 3 min
„Da ist das Ding“

Die Brezelaner nahmen den Brezel und die Stuten an der Bäckerei Kläsener in Empfang. rn-fotos (4) Riediger © Foto: Jennifer Riediger

„Das ist schon irre, dass sie alle zu einem nach Hause kommen“, sagte die glückliche Königin, die von der Einfahrt ihres Hauses aus die vielen Blaukittel beobachtete. Im Vorgarten ihrer Residenz wehte die Fahne und rund um das Garagentor hatten die Nachbarn gekränzt und kleine Brezel zur Dekoration angebracht. „Und weil die durch den Regen heute Morgen alle aufgeweicht waren, hat sie eine liebe Nachbarin abgenommen und nochmal mehrere Stunden in den Ofen getan“, sagte Prinzgemahl Oliver gerührt. „Hammer, dass sie sich eine solche Mühe macht.“

Nur fürs Brezelfest

Auch die fünf „Böllerjungs“ Lupo, Uli, Dieter, Michael und Jochen, die zusammen den königlichen Weckdienst übernehmen, hatten sich Mühe gemacht und ihren alten Mercedes gewienert. „Drei Jahre lang steht der in der Garage und wird nur zum Brezelfest rausgeholt“, erzählt Jochen. Dann ist er ein richtiger Hingucker: Statt einem Mercedes-Stern ziert ein Brezel die Motorhaube. „Und wenn der Motor an ist, kann er sich drehen“, sagt Jochen. Das langweilige Lenkrad ersetzt ein Brezel, von Lupo selbst gebaut, das Kirchhellener Wappen dreht sich auf den Felgen und noch weitere lustige Details sind bei aufmerksamer Betrachtung zu entdecken.

Dieser Blick ging den meisten der 400 Brezelanern am Donnerstag wohl ab. Alle waren froh, sich wiederzusehen, ins Gespräch vertieft, jeder ein Bier in der Hand. Um 18.30 Uhr wurde es aber ernst. In Dreierreihen stellten sich die Männer zum Abmarsch auf. „Das Bier war etwas knapp. Aber deswegen laufen wir ja jetzt los“, sagte Brezeldirektor Heiner Schenke lachend. Mitgastgeber, Prinzgemahl Oliver, versprach: „Das mach ich gleich wieder gut.“

Und los ging es. Oberst und Major ritten vorweg, es folgten die Brezelstandarte, Fahnenoffiziere, die Knüppeljungs aus Holsterhausen, die Kutsche mit Brezel- und Schützenkönigspaar, die Kutsche mit den Kindern und viele viele Brezelaner. Die Böllerjungs ließen es mit Stand-, Schaft- und Handböller ordentlich krachen.

Schon erwartet

Viele Kirchhellener jubelten vom Fenster und vom Bürgersteig aus ihren Jungs beim Umzug durch die Straßen zu. Markus und Hans-Theo Kläsener warteten schon mit dem Riesenbrezel und den beiden Stuten vor der Bäckerei in der Hauptstraße. „Da ist das Ding“, rief ein Brezelaner fröhlich und Königs- und Schützenpaar begutachteten noch mal das 15 Kilogramm schwere Backwerk, bevor das Brezelabholkommando die Stuten und den Brezel aufnahm und zu Zweirad Fiele brachte. Dort können ihn sich alle Brezelaner – vor allem natürlich die Königsanwärter – bis Dienstagmorgen voller Vorfreude ansehen

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