Das Geschäft von Bettina Schwichtenberg läuft diskret ab

rnZweithaarstudio

Bettina Schwichtenberg ist keine Ärztin. Dennoch hilft sie Krebskranken. Aber auch gesunde Menschen sind ihre Kunden. Die Kirchhellenerin betreibt ein Zweithaarstudio.

Kirchhellen

, 28.01.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 27 Jahren führt Bettina Schwichtenberg ihren eigenen Friseursalon, die Haarboutique an der Hauptstraße im Dorf. Der Laden läuft gut. Doch die Kirchhellenerin wollte sich immer neu erfinden. Als ihr die neusten Trends nicht mehr reichten, überlegte sie weiter. Nun führt sie seit rund acht Jahren in den Friseursalon integriert ein Zweithaarstudio.

In ihrem Laden dreht sich alles um Haarersatz, Haarverlängerungen und ähnliches. Die Kirchhellenerin berät die Kunden, die ihre Lebensqualität durch Zweithaar verbessern wollen. Das sind von Krebskranken, über Menschen mit Kahlstellen bishin zu älteren Leuten sehr unterschiedliche Kunden. In der Umgebung ist sie damit die einzige. Erst in Velen gibt es einen weiteren Spezialisten.

Eine sensible Geschichte hinter dem Haarproblem

Die Gründe für das Kommen ihrer Kunden sind verschieden: Während die einen gleich kompletten Haarersatz haben wollen, geht es für andere wiederum um eine Haarverdichtung. Meist steckt eine sensible Geschichte hinter ihrem Haarproblem.

Unter anderem deshalb ist Diskretion oberstes Gebot der Kirchhellener Geschäftsfrau: „Meine Kunden sollen sich hier wohlfühlen und das Gefühl haben, ungestört zu sein.“

Eine Bedienung der Kundschaft in dem offenen Friseursalon im Zentrum des Dorfs war, als sie mit der Arbeit im Bereich Zweithaar begann, nicht möglich. Zu Beginn reichten die Kellerräume des Salons dafür noch aus, erinnert sich Schwichtenberg: „Das funktionierte gut. Als es aber immer mehr Kunden wurden, mussten wir uns was einfallen lassen."

Ein Wohlfühlort für die Kunden

Heraus kam am Ende ein zweites Studio gleich um die Ecke. Dort hat Bettina Schwichtenberg gemeinsam mit einer Kollegin einen Wohlfühlort geschaffen. Nur nach Terminabsprache kommen Kunden zu ihnen, lassen sich beraten und ein neues Haarstyling geben.

Wenn es jedoch hart auf hart kommt, ist Bettina Schwichtenberg nicht nur am vereinbarten Termin für ihre Kunden da. „Meine Mitarbeiterin und ich sind die ganze Woche und außerhalb der Öffnungszeiten erreichbar und sehr flexibel.“

Seelsorger muss man auch sein

Und auch das „Seelsorger sein" gehört dazu, erzählt Bettina Schwichtenberg: „Man ist ja schon als Friseur ein Ansprechpartner. Hier geht es aber um noch sensiblere Themen." Für diese Aufgabe ist nicht jeder gestrickt: „Da muss man schon ein Typ für sein. Man nimmt die eine oder andere Geschichte natürlich auch mit nach Hause."

Die Kirchhellenerin macht diese Arbeit jedoch mit Leib und Seele. „Kunden kommen oft traurig und niedergeschlagen zu uns. Wenn sie dann glücklich und zuversichtlich unser Studio verlassen, freuen wir uns mit ihnen.“

Lesen Sie jetzt