Das Hallenbad in Kirchhellen soll für die Besucher attraktiver werden

rnHallenbad Kirchhellen

Warum besuchen immer weniger Menschen das Kirchhellener Hallenbad? Das wollten die Bezirksvertreter von der Verwaltung erfahren. Über die Antwort zeigten sie sich verärgert.

Kirchhellen

, 27.05.2019, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Empört zeigten sich die Kirchhellener Politiker in ihrer jüngsten Sitzung darüber, dass kein Vertreter der Betriebsleitung des Bottroper Sport- und Bäderbetriebs zu ihnen nach Kirchhellen gekommen war. Schwimmmeister Karl Auschrat stand stattdessen den Politikern zur Verfügung und die Stadt schickte Problembeschreibung und Begründung für den Rückgang der Besucherzahlen schriftlich.

In der Vorlage verweist die Stadt auf die rückläufigen Besucherzahlen in verschiedenen Bottroper Hallenbädern. In Kirchhellen liegt der Rückgang im Vergleich zwischen 2015 und 2018 insgesamt bei 11.500 Besuchern. 38.487 Menschen hatten 2018 das Hallenbad am Kirchhellener Ring besucht. Das sind 3847 weniger als 2017 (42.334).

Zertifizierten Übungsleiter fehlen

Die Entwicklung der Zahlen sei nicht allein darauf zurückzuführen, dass der BSBB dort aufgrund von fehlenden zertifizierten Übungsleitern keine Reha-Kurse mehr anbiete; sie erklärten laut Stadt den Wegfall von 1000 Besuchern im Jahr. Ein Teil der fünf Kurse wurde von der Versehrtensportgemeinschaft Kirchhellen übernommen.

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Der BSBB bietet außerdem montags und mittwochs noch jeweils drei Aqua-Kurse für Erwachsene sowie samstags drei Kurse für Kinder an. Für zwei Erwachsenen-Kurse fehlten die Übungsleiter. „Hier ist der BSBB weiterhin bemüht, eine Nachfolgeregelung zu finden“, heißt es in der Vorlage.

Der Rückgang der Besucher des Kirchhellener Bades liege „im bundesweiten Trend“, schreibt die Verwaltung, folgen solle jedoch „eine weitergehende Analyse des Besucherverhaltens“.

„Unterirdische Vorlage“ der Verwaltung

Über die „unterirdische Vorlage“ ärgerte sich Rainer Hürter, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. „Was kann uns helfen, die Zahl der Badegäste zu erhöhen?“, fragte er und schlug vor, Kinder in den Sommerferien für 10 Cent ins Bad zu lassen, wenn ein kostenloser Eintritt aufgrund des Kassensystems nicht möglich sei. Auch bei den Öffnungszeiten müsse sich etwas tun. „Wie kann es sein, dass am Samstag um 12 Uhr Schluss ist?“ Außerdem solle der Außenbereich mehr gefördert werden. „Da fehlen die Ideen.“

Auch Willi Stratmann, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion, meinte: „Es muss endlich was passieren.“ Dass Samstag um 12 Uhr Schluss sei - ein Tag, an dem morgens nach dem Einkaufen Familien Zeit hätten, gemeinsam schwimmen zu gehen, sei schlecht.

Das Hallenbad in Kirchhellen soll für die Besucher attraktiver werden

Die Liegewiese soll durch Freizeitangebote attraktiver für die Besucher werden. Das wünschen sich die Bezirksvertreter. © Jennifer Uhlenbruch

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder forderte ebenfalls, die Attraktivität des Außenbereiches zu erhöhen. „Früher gab es dort Liegen und Veranstaltungen. Die Menschen müssen sehen: Hier kann ich Sonnenschirme aufstellen, hier kann ich mir Tischtennisschläger leihen, da ist etwas los. Dann gehen sie auch raus.“ Die Tür zum Außenbereich solle fortan bei gutem Wetter offenstehen, teilte die Stadt in der Vorlage mit. Im letzten Jahr war die Tür zwar nicht verschlossen, aber noch angelehnt gewesen.

Vor den Sommerferien soll es nun ein interfraktionelles Gespräch mit Jürgen Heidtmann, BSBB-Betriebsleiter, geben.

Das Hallenbad Kirchhellen war von August 2009 bis Dezember 2010 aufwendig umgebaut worden. Bei den Sanierungsarbeiten wurden beispielsweise ein neues Eingangsbauwerk geschaffen, die Haustechnik sowie Boden- und Wandfliesen erneuert, eine Wärmedämmfassade angebracht und neue Fenster eingebaut. Die Dacheindichtung wurde erneuert, ein Grundwasserbrunnen errichtet und die Wasserraufbereitung von Chlorgas auf Calciumhypochlorit umgestellt sowie die Solarabsorberanlage vergrößert. Kosten damals: rund 2,35 Mio. Euro.
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