Den eigenen Weg gehen ohne Castingshow

Svenja Schmidt

Obwohl sie immer wieder gefragt wird, warum sie bei keiner Castingshow im Fernsehen mitmacht, kommt das für Svenja Schmidt nicht in Frage. Als Sängerin, Bandmitglied, Pianistin und Songwriterin möchte sie ihrer Linie treu bleiben. Gerade arbeitet sie mit ihrer Band „Smith“ am ersten gemeinsamen Album.

Kirchhellen

, 27.07.2016, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Svenja Schmidt auf dem Balkon ihrer Wohnung in Kirchhellen.

Svenja Schmidt auf dem Balkon ihrer Wohnung in Kirchhellen.

„Musik hatte in meiner Familie immer einen Wert“, erzählt die 37-Jährige beim Gespräch auf dem Balkon ihrer Kirchhellener Wohnung. Geboren in Ostwestfalen-Lippe lebt die Musikerin seit 2009 in Kirchhellen. Die Musik begleitet sie seit ihrer frühen Kindheit – ihre Mutter war klassische Pianistin, ihr Vater hauptberuflicher Sänger und Gitarrist. „Trotzdem hat mich niemand getriezt, ein Instrument zu lernen“, so Schmidt. Dennoch begann sie mit sieben Jahren, Klavier zu spielen. Später spielte sie Songs aus dem Radio nach, weil „ich Noten doof fand und mir das Üben zu lange gedauert hat“. Sie ging in die Musikschule, spielte in der Musikschulband. Dennoch dachte sie als Teenager noch nicht daran, hauptberuflich in die Musikbranche einzusteigen. Ein Besuch auf einem Udo Jürgens-Konzert, bei dem ihre Halbschwester als Sängerin mit auf der Bühne stand, brachte die Wende für die damals 17-Jährige. „Das hat mich zum Singen gebracht. Danach wusste ich auf einmal, was ich wollte“, erzählt die Sängerin.

Schlag auf Schlag

Von da an ging alles Schlag auf Schlag: Nur wenige Monate später bewarb sie sich bei der Bielefelder Motown-Band „The Good Old Boys“ und wurde genommen. „Das war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt sie heute. Von den beiden Sängern aus England lernte sie viel, nebenher jobbte sie und machte ihr Fachabi. Im zweiten Anlauf schaffte sie es auf die Musikhochschule in Köln („Im ersten bin ich mit Pauken und Trompeten durch die Theorie gefallen“) und studierte fünf Semester Jazz-Gesang und im Nebenfach Klavier. Doch der kreativen Sängerin war das Studium „zu verkopft“. Auf einer Musikmesse wurde die Firma Yamaha auf sie aufmerksam und engagierte sie fortan für Auftritte in ganz Europa. Wenn die Sängerin solo unterwegs ist, begleitet sie sich meistens selbst am Klavier. „Damit bin ich völlig autark und brauche keine Band, die mich begleitet“, so die 37-Jährige.

So sorgt sie bei internen Firmen-Veranstaltungen und Präsentationen für die musikalische Untermalung, gibt aber auch Konzerte. Mal tritt sie mit Big Band auf, mal begleitet sie eine befreundete Pianistin oder ein Saxofonist. Auch beim ZDF-Fernsehgarten und in der Sat1-Chartshow stand sie schon auf der Bühne.

Band gegründet

Seit 2006 steht sie dort immer öfter auch mit ihrer Band „Smith“. Zu dritt (Martin Hohmeier am Bass und Zacky Tsoukas an den Drums) oder manchmal auch zu viert (Gittarist Dennis Hormes) sorgt die Band mit groovigen Songs mit Soul-, R‘n‘B- und Funk-Elementen für Stimmung. Es wird auch mal gecovert, „aber es muss zum Stil passen“. Immer öfter spielt die Band auch von Svenja Schmidt selbst geschriebene Lieder. Darin geht es um das große Thema Liebe, aber auch um sozialkritische Themen. „Halt um Dinge, die die Menschen beschäftigen“, so die Sängerin. Gerade arbeitet die Band am ersten eigenen Album. Noch in diesem Jahr soll es erscheinen. Svenja Schmidt ist sich aber auch bewusst, dass das Verkaufen von CDs alleine nicht reicht. „Das Musikgeschäft hat sich durch das Internet verändert. Man muss gucken, wo sein Platz ist und dass man nicht nur einer von Vielen ist“, sagt sie.

Doch nicht immer ist sie so optimistisch, immer wieder kommen auch Phasen des Zweifelns. Besonders dann, wenn sie mal wieder gefragt wird, was sie denn eigentlich neben dem Singen hauptberuflich mache…  

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