"Der Wald ist nicht nur für uns Förster da"

Jörg Wipf geht in Ruhestand

„Es war immer mein Grundgedanke, dass der Wald nicht nur für uns Förster da ist.“ Sagt Forstdirektor Jörg Wipf, Leiter des Eigenbetriebs Ruhr Grün des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR), der zum Ende des Monats in den Ruhestand geht.

Kirchhellen

, 21.08.2015, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Der Wald ist nicht nur für uns Förster da"

Jörg Wipf, Betriebsleiter von RVR Ruhr Grün, geht in den Ruhestand. Mehr als 30 Jahre lang war der Forstdirektor für den Regionalverband Ruhr (RVR) im Einsatz und gestaltete unter anderem das Umweltplädagogische Zentrum Heidhof und die Veränderungen in der Kirchhellener Heide mit.

Was Wipf, der 31 Jahre für den RVR arbeitete, aus seinem Grundgedanken gemacht hat, können Besucher nicht nur am Waldkompetenzzentrum Heidhof oder in der Kirchheller Heide, sondern auch etwa am Naturforum Bislicher Insel in Xanten, an der Wildbrücke über die A 31 in Dorsten/Schermbeck oder an 36 begrünten Halden im Ruhrgebiet sehen. Ein „ordentliches Lebenswerk“ hinterlasse Wipf, sagt der Vorsitzende des Betriebsausschusses Ruhr Grün, Gerd Drüten, der nicht nur die Kompetenz von Wipf lobt, sondern auch die gute Zusammenarbeit, die im Ausschuss in fast allen Fällen einstimmige Entscheidungen bewirke. RVR-Bereichsleiter Ulrich Carow erinnert daran, das Wipf den Eigenbetrieb mit 31 Mitarbeitern übernommen habe – mittlerweile sind es 97 und 13 Azubis. Mit Wipf habe er sich auf Schwäbisch auch verständigen können, „ohne dass einer zuhören konnte“.

Biber wieder heimisch geworden

In der Kirchheller Heide habe man die Landschaft nicht am „Tropf der Pumpen“ gehalten, sagt Wipf, sondern Bergsenkungen zugelassen und dadurch neue Feuchtgebiete gewonnen. „Sogar der Biber ist wieder heimisch geworden“, sagt Wipf. Gleichzeitig würden aber per Monitoring die Auswirkungen überwacht. Kirchhellen sei durchaus ein Schwerpunkt seiner Arbeit gewesen, sagt Wipf. Das Waldkompetenzzentrum Heidhof habe man in den vergangenen Jahren auf die Themen Nachhaltigkeit und Klima umgestellt. Er hoffe auf den geplanten „Badesee am Töttelberg“, der dem FFH-Gebiet Heidesee vielleicht eine ungestörtere Entwicklung ermöglichen könne. Wichtig sei auch, die Kinder und Jugendlichen über Lernprogramm und Spielwiesen in die Natur zu locken. Der Wald stehe 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für die Naherholung zur Verfügung, wirbt Wipf: „Das macht kein Schwimmbad, das macht kein Museum und kein Theater.“

Nachfolger gefunden

Im Ruhestand wolle er die Dinge nun etwas langsamer angehen lassen, sagt Wipf, der nicht verschweigt, dass die Leitung des Eigenbetriebs eine große Verantwortung bedeutet habe. Diese wird nun auf seinen Nachfolger Thomas Kämmerling übergehen, der seit drei Monaten Wipf „über die Schulter gucken durfte“, aber auch gesteht, „dass ich mich gerade ein bisschen wie in Schuhgröße 60 fühle“. 

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