Die Firma Stremmer in Kirchhellen klagt noch nicht über Sandmangel

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Der Sand wird knapp. Das führt in ganz Deutschland zu Problemen. Das Kirchhellener Unternehmen Stremmer Sand + Kies spürt davon im Alltag bisher nichts. Das könnte sich aber ändern.

Kirchhellen

, 06.03.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachfrage übersteigt das Angebot, Sand wird Mangelware. Das berichtet der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) über den wichtigsten Rohstoff nach Wasser. Vor allem in Ballungsgebieten komme es bereits zu Lieferengpässen: „Wo der Bauboom groß ist, wartet man wochenlang auf Beton. Neben dem Sandmangel ist auch die Logistik ein Problem“, sagt die Geschäftsführerin Christine Buddenbohm.

Allein für den Bau eines mittelgroßen Hauses brauche man 200 Tonnen Sand. Wenn die Rohstoffe schwinden, wird der Bau teurer, Mieten steigen. Deutschland ist zwar reich an Sand, doch ein Großteil der rund 2000 Sand- und Kiesgruben liegt in Naturschutzgebieten oder ist verbaut. „Die Rohstoffe in Deutschland reichen theoretisch für Tausende von Jahren aus, aber nur weniger als ein Prozent davon ist verfügbar“, sagt Wirtschaftsgeologe Harald Elstner.

Sandmangel ist ein generelles Problem

Das Problem hat auch Lars Fiele, der Geschäftsführer von Stremmer Sand + Kies, erkannt: „Der Bauboom in Deutschland geht einher mit steigendem Bedarf an Sand. Gleichzeitig werden die Flächen immer knapper, weil anderweitige Nutzung und Sand- und Kies-Abbau in Konkurrenz zueinanderstehen. Das ist in Deutschland ein generelles Problem."

In Kirchhellen gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Regionen einen Unterschied beim Sand- und Kies-Abbau. Die von vielen Anwohnern kritisierten Gruben, die durch den Abbau entstehen, gibt es im Dorf und in der Umgebung nicht. Alle Flächen werden wieder verfüllt und im Zweifel auch aufgeforstet.

Das hat viele Vorteile, erklärt Lars Fiele: „Während der Rohstoff abgebaut wird, sind die Flächen natürlich nicht nutzbar. Danach ist zwar der Sand weg, aber die Flächen sind wieder hergestellt." Und auch im Dialog mit den Bürgern habe das Unternehmen bisher noch keine Kritik an dieser Arbeitsweise bekommen, so Fiele.

Probleme mit dem Regionalplan

Doch die andere Arbeitsweise ändert auch im Dorf und in der Umgebung nichts an dem Mangel des Rohstoffes. Während in einigen Regionen die Unternehmen bereits jetzt große Probleme beim Abbau haben, ist der Mangel in der alltäglichen Arbeit beim Kirchhellener Unternehmen bisher noch nicht spürbar, erklärt Lars Fiele: „Wir haben momentan noch genug Flächen, auf denen wir Sand abbauen können. Das kann sich aber ändern." Damit spielt der Geschäftsführer auf den kommenden Regionalplan an, in dem der RVR festlegt, welche Flächen genutzt werden dürfen, um Sand abzubauen.

Lars Fiele sieht in diesem Plan ein Problem: „Je nachdem, welchen Sand man abbaut, gibt es unterschiedliche Flächen, die man dafür nutzen kann. Doch dieser Unterschied wird bisher im Regionalplan nicht gemacht." Gerade im Hinblick auf den Planungszeitraum von 25 Jahren, auf den der Regionalplan angelegt ist, sei das schwierig. Das Unternehmen hat beim RVR nun seine Anregungen abgegeben, die Auswahl der Flächen noch einmal zu überarbeiten, um auch in den nächsten 25 Jahren noch Sand abbauen zu können.

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