Die Kolping-Laienspielschar läutet die heiße Phase ein

Kolping

Traditionell führt die Kolping-Laienspielschar im Brauhaus ihr Plattdeutsches Theater auf. So auch in diesem Jahr. Für ein Mitglied ist das aktuelle Stück nicht neu.

Kirchhellen

, 20.02.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Kolping-Laienspielschar läutet die heiße Phase ein

Zweimal die Woche trifft sich die Laienspielschar zum Proben im Hof Jünger. © Julian Schäpertöns

Plattdeutsch ist nicht tot. In manchen Familien in Kirchhellen wird es immer noch gesprochen. Oder zumindest verstanden. Um die Mundart am Leben zu halten, führt die Laienspielschar der Kolpingsfamilie einmal im Jahr ihr Plattdeutsches Theaterstück auf. In diesem Jahr heißt es „Bennad sall fleigen“ und wird zwischen dem 30. März und dem 7. April im Brauhaus am Ring aufgeführt.

Doch noch muss die Laienspielschar fleißig proben, damit auf der Bühne alles rund läuft. Zweimal die Woche treffen sich die Hobbyschauspieler in der Tenne vom Hof Jünger. „Die große Herausforderung ist immer, den ganzen Text auswendig zu lernen“, weiß Regisseurin Claudia Hollender. Alles in Platt zu spielen, damit haben die Schauspieler kein Problem. „Ich spreche Platt noch täglich im Alltag mit meiner Familie“, berichtet Tille Haubold, die seit elf Jahren mit dabei ist.

Marie-Luise Eulering ist seit 51 Jahren dabei

Noch viel länger mit dabei, nämlich schon 51 Jahre, ist Marie-Luise Eulering. „Damals haben wir noch bei Schulte-Wieschen geprobt und die Stücke aufgeführt“, erinnert sich die Kirchhellenerin. Für sie ist es jedes Jahr eine willkommene Abwechslung. „Durch die regelmäßigen Proben ist der Winter nicht so lang“, sagt sie.

Das Stück „Bennad sall fleigen“, welches nun geprobt wird, kennt Marie-Luise Eulering noch von damals. Nämlich vor 30 Jahren hat die Laienspielschar den Schwank schon mal auf der Bühne präsentiert. „Damals hatte ich die Rolle des jungen Mädchens Anja. Heute spiele ich die alte Tante Änne. So ist das, wenn man älter wird“, erzählt die Kirchhellenerin und lacht. Ans Aufhören nach 51 Jahren denkt Marie-Luise Eulering gar nicht. „Ich mach das so lange, wie der Herrgott mir die Gabe gibt und ich kann.“

Der Vater hat Flugangst

Und darum geht’s: Das Stück handelt von der Familie de Ries, die eine 14-tägige Flugreise für zwei Personen gewinnt. Doch Vater Bennad hat Flugangst, was er aber nicht zugeben möchte. Er versucht, sich mit Ausreden zu retten, verstrickt sich dabei aber immer weiter und weiter darin.

„Wie in jedem Jahr ist das Stück sehr humorvoll und eine kurzweilige Unterhaltung“, versichert Regisseurin Claudia Hollender. Die drei Akte wurden komplett auf Kirchhellener Platt umgeschrieben. Doch die Regisseurin möchte auch diejenigen ermutigen, denen die Mundart nicht so geläufig ist. „Das Stück ist auch teilweise mit Hochdeutsch gespickt. Ich denke, dass man der Geschichte gut folgen kann. Außerdem haben wir Übersetzungshilfen für die Zuschauer vorbereitet.“

Termine: Samstag, 30. März um 18 Uhr Sonntag, 31. März um 16 Uhr Freitag, 5. April um 19.30 Uhr Samstag, 6. April um 18 Uhr Sonntag, 7. April um 16 Uhr Der Vorverkauf startet am Sonntag, 24. Februar von 9 bis 11 Uhr im Brauhaus am Ring. Ab dem 25. Februar gibt es Restkarten zu den Öffnungszeiten des Brauhauses und an der Abendkasse. Eintritt: 10 Euro.
Lesen Sie jetzt