Die Stadtteilbibliothek Kirchhellen zeigt Kunst auf Afghanisch

Ausstellung

Gerade einmal 19 Jahre ist die Afghanin Zeinab Zafari alt, wenn sie am kommenden Dienstag (9. Oktober) zum ersten Mal ihre eigenen Kunstwerke öffentlich ausstellt.

Kirchhellen

, 02.10.2018, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
15 Werke hat die Afghanin Zeinab Zafari für ihre Ausstellung ausgewählt.

15 Werke hat die Afghanin Zeinab Zafari für ihre Ausstellung ausgewählt. © Johanna Wiening

Vor drei Jahren ist Zeinab Zafari ohne ihre Familie als Flüchtling aus Afghanistan nach Bottrop gekommen. Hier entdecke sie ihre Leidenschaft zur Malerei und eröffnet nun am kommenden Dienstag (9. Oktober) in der Stadtteilbibliothek Kirchhellen ihre erste eigene Ausstellung.

Das Projekt heißt "Art Effects"

Seit anderthalb Jahren ist die 19-Jährige Teil des Projektes "Art Effect - Offenes Atelier International" der Kulturwerkstatt. Dort bekommt sie gemeinsam mit anderen jungen Erwachsenen die Möglichkeit, in ihrem künstlerischen Prozess sowie im interkulturellen Austausch mit den anderen Teilnehmern gefördert zu werden.

Die freischaffende Künstlerin und Vorsitzende des Künstlerbundes Bottrop, Irmelin Sansen, unterstützt die jungen Erwachsenen dabei. Und auch parallel zum Malen haben die Teilnehmer die Möglichkeit, bei einer Keramikerin zu lernen.

Für Zeinab Zafari habe sie schon lange eine Möglichkeit zur Ausstellung gesucht, berichtete Sansen: "Ich wollte ihr die Möglichkeit geben, ihre Bilder zu zeigen. Im frühen Sommer ist dann der Kontakt mit der Stadtteilbibliothek entstanden."

15 Werke mit afghanischer Note

Als der Termin der Ausstellung feststand, musste sich die Afghanin entscheiden: Unzählige Bilder hatte sie bereits gemalt, doch nur wenige davon konnte sie ausstellen. Herausgekommen sind am Ende 15 Werke mit den unterschiedlichsten Motiven.

Dazu zählen vor allem Landschaften, Stadtansichten, Natur-Stillleben und Abstraktes. Auf die Frage, was sie am liebsten zeichnet, hat sie eine klare Antwort: Das Bild "ewige Liebe", welches zwei Personen zeigt. Es ist das erste und für sie bedeutendste Bild ihrer Ausstellung.

Wenn die ersten Besucher am kommenden Dienstag die Gemälde bewundern, wird noch etwas auffallen: Auf den Namensschildern ist nicht etwa der deutsche Name der Bilder zu sehen. Zeinab Zafari hat ihre Bilder auf Farsi, ihrer Muttersprache aus Afghanistan benannt.

Lediglich am Anfang der Ausstellung können die Besucher die deutschen Titel in einer Liste nachlesen. Auch wenn sie noch etwas nervös vor dem kommenden Dienstag ist, ist Zeinab Zafari sich einer Sache sicher: "Ich will noch viele weitere Bilder malen." So wird diese wohl nicht ihre letzte Ausstellung gewesen sein.

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