Ein Hobby, das verbindet - Kirchhellener Frauen malen im Atelier M24

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Seit drei Jahren trifft sich eine kreative Mal-Gruppe im Kirchhellener Atelier M24. Nach einer coronabedingten Pause bringt Claudia Brüggemeier sie nun wieder in ihrem Garten zusammen.

Kirchhellen

, 03.08.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Strahlender Sonnenschein, ein Teich, ein großer Garten, ein schattenspendender Baum und darunter sechs Frauen, die sich mit Pinsel und Kreide bewaffnet über Papier beugen oder an Staffeleien stehen. Seit drei Jahren treffen sich Kirchhellener Frauen zum Malen im Atelier M24 von Claudia Brüggemeier an der Münsterstraße.

Ein eigenes Atelier eröffnet

„Ich glaub, ich weine gleich“, seufzt eine Teilnehmerin gerade, weil ihr das vorgenommene Projekt nicht gelingen will. „Ganz ruhig, das kriegen wir wieder hin“, sagt Claudia Brüggemeier und eilt an ihre Seite. Die 50-Jährige hat vor drei Jahren ihr eigenes Atelier in der Einliegerwohung ihres Wohnhauses eröffnet und fast genau so lange trifft sich eine kleine Gruppe Kirchhellener Frauen bei ihr zum Malen.

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„Einige von uns waren vorher in einer anderen Mal-Gruppe der KFD, aber da erkrankte die Lehrerin schwer“, erinnert sich Elfie Mathias. Zufällig sah sie das Schild des Ateliers M24 und so kam die Verbindung zustande. Einmal im Monat treffen sich die Frauen nun für rund drei Stunden, um gemeinsam zu malen.

Claudia Brüggemeier (l.) betreut seit drei Jahren in ihrem Atelier M24 eine Mal-Gruppe mit Frauen aus Kirchhellen. Eine von ihnen ist Gabriele Riedel (r.).

Claudia Brüggemeier (l.) betreut seit drei Jahren in ihrem Atelier M24 eine Mal-Gruppe mit Frauen aus Kirchhellen. Eine von ihnen ist Gabriele Riedel (r.). © Manuela Hollstegge

„Seitdem haben wir hier zusammen schon viele Prozesse durchgemacht - im Positiven natürlich“, erzählt Mathias. Bei unserem Besuch arbeitet die Gruppe mit Tusche, Pastellpapier und Wasser. Mit Pastell- und Ölkreide malt Claudia Brüggemeier am liebsten. Ihr ist aber wichtig, dass sich die Frauen frei entfalten können. „Oft kommen sie mit eigenen Ideen, eigenen Projekten und die sollen sie dann auch hier umsetzen können. Ich gebe Impulse, erkläre Techniken, helfe bei Farbkompositionen und bereite alles vor“, sagt die Kirchhellener Malerin.

Kirchhellenerin malt seit über 30 Jahren

Seit über 30 Jahren malt sie, stellt aus, gibt Kurse. Als die Einliegerwohnung ihres Hauses an der Münsterstraße frei wurde, kam ihr die Idee, dort ein eigenes Atelier zu eröffnen. 2017 machte sie dann einen Schnitt, gab ihren Job auf und machte sich selbstständig. „Ich bin bei Null angefangen und musste erst einmal gucken, wie ich Teilnehmer für meine Kurse finde und sie für das Malen begeistere“, erinnert sich die 50-Jährige.

Seit rund einem Jahr gibt sie VHS-Kurse in ihrem Atelier. Das Coronavirus wirbelte ihren Arbeitsalltag jedoch ganz schön durcheinander. „Erst einmal war ich in Schockstarre. Viele Kurse mussten ausfallen. Auch jetzt können wir nur bei gutem Wetter draußen im Garten malen, drinnen können wir die Abstände nicht einhalten“, erzählt sie. Seit Kurzem wohnt auch Peter Beckhoff im M24. Der Zeichner, Illustrator und Maler wird dort künftig auch Kurse anbieten. Außerdem möchte Brüggemeier noch eine Kollegin mit ins Boot holen, die Acryl-Malerei unterrichten soll.

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