Experte ist sicher: Nicht jede Wespe ist gemein

Naturschutz

KIRCHHELLEN Bienen und Wespen können zur Plage werden. "Seit einigen Tagen mehren sich die Anrufe", sagt Volker Fockenberg, "aber in neun von zehn Fällen können die Wespennester bleiben." Wie beruhigend!

von Von Holger Steffe

, 05.05.2009, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Volker Fockenberg ist Fachmann in Sachen Bienen, Wespen und Hornissen. Steffe</p>

<p>Volker Fockenberg ist Fachmann in Sachen Bienen, Wespen und Hornissen. Steffe</p>

Im vergangenen Jahr haben Fockenberg und seine Experten-Kollegen vom Naturschutzbund NUR-im-Vest über 40 Umsiedlungen vorgenommen. Sie weisen aber darauf hin, dass Wespen nur in Ausnahmefällen bekämpft werden müssen. "Ein friedliches Zusammenleben mit diesen interessanten Tieren ist möglich", glaubt Fockenberg, "zumal Wespe nicht gleich Wespe ist."

Die Königinnen der Wespen und Hornissen kommen jetzt aus ihrem Winterschlaf. Noch ist es sehr einfach, die Wespen von ihrem Platz zu vertreiben. Fockenberg: "In wenigen Wochen ist ihr Volk so groß, dass nur eine Umsiedlung helfen kann."

Insgesamt leben bei uns über 100 verschiedene Wespenarten. Davon fallen nur zwei Arten als "lästig" auf, weil sie sich von süßen Speisen und Getränken angezogen fühlen: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. "Sind diese Wespen im Anflug auf den Frühstücks-, oder Kaffeetisch, sollte man sich am besten ruhig verhalten", empfiehlt Fockenberg, "durch heftiges Herumschlagen fühlen sich Wespen bedroht und könnten stechen."Gemeine Wespe baut keine Nester an Häusern Deutsche und Gemeine Wespe bauen allerdings keine Nester an Häusern, sondern unterirdische im Boden oder in dunklen Hohlräumen. Wer also an seinem Haus ein frei hängendes, meist kugeliges Wespennest findet, der hat es mit einem der friedfertigen und harmlosen Wespenvölker zu tun.

"Als Blütenbesucher und Insektenfresser leisten diese Insekten Hobbygärtnern, Waldbauern und Landwirten wichtige Dienste", sagt Volker Fockenberg, der in den Wäldern rund um Kirchhellen eine hohe Population der Eichenwicklerraupe festgestellt hat. Kein Problem: Deren Fleisch dient auch der Wespenlarve als Nahrung.

Für den Fall, dass umgesiedelt werden muss, steht NUR-im-VEST-Mitglied Volker Fockenberg, mit einer Spezialausbildung und eingetragen bei der LÖPF, zur Verfügung: Telefon (02045) 84 422 für Dorsten, Gladbeck und Bottrop-Kirchhellen.

Lesen Sie jetzt