Feuerwehrleute befreien eingeklemmte Menschen aus sechs Autowracks - mit Video

rnFeuerwehr-Großübung

Sirenen heulen in der Ferne. In Windeseile rennen die Feuermänner zur Unfallstelle. Autos liegen auf dem Dach. Rauch steigt aus den Motoren. Aus dem Inneren der Fahrzeuge Hilfeschreie.

Kirchhellen

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Männer verschaffen sich einen Überblick über die Unfallstelle und teilen sich schließlich auf, um so schnell es geht Hilfe zu leisten. Ein schreckliches und stressiges Szenarium für die Feuerwehrleute. Aber zum Glück handelt es sich bei der Unfallsstelle nur um eine Übung.

Am Samstagmorgen (15. Juni) trainieren 75 Feuerwehrleute aus Bottrop in der Stremmer Kiesgrube für den Ernstfall. Der Schwerpunkt der Übung liegt auf der technischen Rettung von eingeklemmten Personen. Als Übungsszenario finden die Feuerwehrleute einen Verkehrsunfall mit sechs Autowracks vor. Mehrere Personen sind eingeklemmt.

Brennende Übungspuppe wird mit einer Decke gelöscht

Die Aufgabe der Einsatzkräfte besteht darin, die Menschen adäquat zu befreien. Die Art der Befreiung hängt dabei vom Verletzungsmuster und der Art der Einklemmung ab. „Die erste Schwierigkeit besteht darin, zu schauen, wo die Feuerwehrleute als erstes anfangen“, erklärt Michael Duckheim, Pressesprecher der Feuerwehren in Bottrop. So wird als zunächst eine brennende Übungspuppe mit einer Decke gelöscht und schnell zu den Rettungssanitätern getragen. Weil mehrere Autos am Unfall beteiligt sind, wird geschaut, wo Personen in Lebensgefahr sind beziehungsweise wo am dringendsten Hilfe benötigt wird.

„Wir haben hier verschiedene Situationen, in denen die Fahrzeuge nicht gesichert sind. Die Fahrzeuge liegen auf dem Dach oder auf der Seite und manche Personen sind massiv eingeklemmt“, erzählt Frank Lindemans, Sachgebietsleiter Ausbildung. Durch Soundboxen, aus denen Hilfeschreie ertönen, wird der Stresslevel bei den Feuerwehrmännern erhöht. Auch kleine Brände müssen gelöscht werden. Ein starker Regenschauer behindert die Feuerwehrleute zusätzlich und sorgt für einen matschigen Untergrund.

Erhöhter Stresslevel für die Einsatzkräfte

Schnell verteilen sich die sieben Ortsgruppen der Freiwilligen Feuerwehren auf dem Gelände. Parallel wird an allen Stellen gleichzeitig gearbeitet. „Das ist natürlich kein alltäglicher Einsatz für die Feuerwehrleute. Da wir 75 Einsatzkräfte auf einmal beschäftigen wollen, haben wir die Unfallstellen ausgeweitet. Aber realistisch ist die Einsatzübung auf jeden Fall“, sagt Frank Lindemans.

Video
Einsatzkräfte übten den Ernstfall

Nach etwa einer Stunde ist der Einsatz beendet. Alle Fahrzeuge sind gesichert und die Dummys werden in 40 Minuten gerettet. Anschließend geht es für die Einsatzkräfte zur Nachbesprechung, bei der analysiert wird, was gut gelaufen ist und wo Fehler gemacht wurden.

Zügiger und koordinierter Ablauf des Einsatzes

Übungsleiter Frank Lindemans geht anschließend auf die ersten Erkenntnisse der Übung ein. Er bewertet den zeitlichen Ablauf der Übung sehr positiv. Sowohl die Erkundung als auch die technische Rettung liefen sehr zügig und koordiniert ab. Auch die Durchführung der Patientenrettungen konnte nach erstem Eindruck als gut gelungen angesehen werden. Verbesserungspotenzial sieht Lindemans in der Koordination des Raumes. Wegen der großen Zahl der Einsatzkräfte auf engem Raum musste insbesondere die Fahrzeugaufstellung sehr gut koordiniert werden. Hier seien in Zukunft klarere Absprachen notwendig. In den nächsten Tagen wird die Detailauswertung erfolgen.

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