Ein Flugzeug im Festsaal zum 50. Geburtstag

Luftsport

Die Gemeinschaft für Luftsport Schwarze Heide brachte das 19. Flugzeug ihrer Vereinsgeschichte mit zur Feier ins Schermbecker Ramirez. Vor 40 Jahren wäre der Verein beinahe aufgelöst worden.

Kirchhellen

, 01.10.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Flugzeug im Festsaal zum 50. Geburtstag

Zum Vorstand der GfL gehören (v.l.): Horst Schmitter (Vorsitzender), Max Niederstadt (Öffentlichkeitsarbeit), Lothar Labod (Techniker), Dr. Stefan Dutzmann (stellvertretender Vorsitzender), Herbert Schmidt (Fluglehrer), Dr. Uwe Breucker (Geschäftsführer), Willy Kosney (Technischer Leiter) und - nicht abgebildet - Bernhard Schäfer und Peter Lehnert (Cheffluglehrer). © Helmut Scheffler

Ein Flugzeug hat man im Saal der Gaststätte Ramirez in Schermbeck bislang noch nie sehen können. Die „Gemeinschaft für Luftsport Schwarze Heide e.V.“ (GfL) hat es tatsächlich geschafft, das 19. Flugzeug in der 50-jährigen Geschichte der GfL in den Saal zu manövrieren und als Dekoration für die Jubiläumsfeier am Wochenende aufzustellen.

Horst Schmitter, Vorsitzender der GfL seit 1982, nahm die etwa 70 Gäste mit auf eine Zeitreise durch die zurückliegenden fünf Jahrzehnte. Auf dem gerade erst zehn Jahre alten Flugplatz EDLD, wie der Location Indicator für den Flughafen Schwarze Heide im Jahre 1969 hieß, gab es damals drei Segelflugvereine aus Bottrop, Dinslaken und Gladbeck, eine kommerzielle Motorflugschule, eine Werft und ein paar Motormaschinen.

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Zwar herrschte vom Sommer bis zum Herbst ein reger Flugbetrieb, aber im Winter entstand ein Pause, die alle Piloten mächtig nervte. „Alle Stammtischgespräche“, so Schmitter, „drehten sich um die Möglichkeit, auch in den Wintermonaten fliegerisch in Übung zu bleiben.“

So trafen sich am 22. September 1969 ein paar Männer, um die GfL zu gründen. Woher hätte der junge Verein aber das Geld nehmen sollen, um ein Flugzeug zu kaufen? Der Zufall kam ihnen zur Hilfe. Ein Velberter Verein hatte am Flughafen Schwarze Heide einen Motorsegler (KIMI) stationiert. Den durfte die GfL zur Schulung benutzen. „Damals war es noch möglich, mit fünf Alleinstarts auf einem Motorsegler diesen Schein zu bekommen, wenn man einen Segelflugschein besaß“, erinnerte sich Schmitter.

Vereinssatzung wurde nicht anerkannt

Schwierigkeiten traten auf, als die Vereinsatzung vom Deutschen Aero-Club nicht anerkannt wurde und damit auch keine Ausbildungserlaubnis erteilt werden konnte. „Dies umgingen wir dadurch“, so Schmitter, „dass die Mitglieder der GfL auch Mitglieder in einem der platzansässigen Segelflugvereine sein mussten.“ Die Ausbildungsgenehmigung der anderen Vereine nutzte die GfL, indem sie ihre Motorsegler in deren Genehmigung eintrug.

Ein Flugzeug im Festsaal zum 50. Geburtstag

Ihren Vereinssitz hat die „Gemeinschaft für Luftsport Schwarze Heide e.V.“ seit der Gründung im Jahre 1969 auf dem Gelände des Flughafens Schwarze Heide. © Helmut Scheffler

Durch Spenden und Anteilscheine konnte nach kurzer Zeit die erste eigene Maschine angeschafft werden. Mit ihren ersten Maschinen hatte die GfL jedoch Pech: Sie endeten mit Bruchlandungen und Totalschäden. Ende der 1970er-Jahre wäre der Verein beinahe aufgelöst worden.

Mit dem ersten GfL-Falken begann eine neue Ära des Vereins. Im Rahmen seiner Zeitreise stellte Schmitter alle 19 Flugzeuge vor, die der Verein mehr oder weniger lang besaß. Ein wesentlicher Schritt in die heutige Zeit war die Beendigung der reinen Motorseglerzeit.

„Eine auf Vereine zugeschnittene Finanzierung ermöglichte uns im Jahre 2011 eine Aquila aus Schönhaben zu erwerben“, berichtete Horst Schmitter. Eine zweite Maschine wurde bereits zwei Jahre später angeschafft. Motormaschinen benötigten einen weitaus größeren finanziellen Aufwand als Motorsegler. Auch das technische Personal musste neu geschult werden.

140 Mitglieder gehören der Gemeinschaft an

„Heute stehen wir als gesunder Luftsportverein da“, stellte Schmitter am Ende seiner Zeitreise fest. Mit wachen Augen und Freude könne der Verein die nächsten Jahre auf sich zukommen lassen. 140 Mitglieder gehören der GfL an. Sie haben die Möglichkeit, ihrem Hobby, der Fliegerei, zu erschwinglichen Preisen nachzugehen. „Wir sind zwar ein eingetragener Verein, haben es aber bislang immer verstanden, auf Vereinsmeierei zu verzichten“, schilderte Schmitter das Miteinander der GfL-Mitglieder.

  • Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 200 Euro, der monatliche Mitgliedsbeitrag 27 Euro. Hinzu kommen monatlich 7,30 Euro für den Deutschen Aero-Cub.
  • Mitglieder können die beiden Moptorsegler zum Preis von 1,60 Euro pro Minute nutzen. Wer mit der Aquila fliegen möchte, zahlt 2,10 Euro/Minute. Neue Mitglieder sind willkommen.
  • Nähere Informationen erteilt die GfL unter Tel. (02858) 78 96. Das GfL-Büro ist dienstags und donnerstags zwischen 9 und 12 Uhr geöffnet. Anmeldungen sind auch per Mail möglich.
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