Frösche, Engel und eine Spinne - Kirchhellenerin veröffentlicht drittes Kinderbuch

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Renate Rother hat gerade ihr drittes Kinderbuch auf den Markt gebracht. Nicht nur bei ihren Enkelkindern kommen die Geschichten rund um den Froschwald gut an.

Kirchhellen

, 11.10.2019, 19:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Renate Rother ein Kind war, musste sie mit ihren Eltern und Geschwistern oft lange Wege laufen. Das Geld war knapp, die Familie wohnte in Gelsenkirchen-Buer, die Verwandtschaft in der Stadtmitte. Ein Weg durfte mit der Straßenbahn gefahren werden, zurück ging es zu Fuß.

„Zur Ablenkung hat unser Vater uns Geschichten erzählt, dann war der Weg nicht mehr ganz so weit“, erzählt die 68-Jährige, die seit vielen Jahren in Kirchhellen wohnt und dort lange Zeit ein Sonnenstudio betrieben hat.

Tochter fand viele andere Geschichten „gangeilig“

Diese Geschichten haben Renate Rother geprägt. Als ihre eigene Tochter vier Jahre alt war, fing die Kirchhellenerin an, ihr und auch ihrem Sohn ebenfalls Geschichten zu erzählen. „Märchen waren oft noch zu grausam, andere Geschichten fand meine Tochter oft ‚gangeilig‘, also langweilig. Da musste ich mir etwas einfallen lassen, was es so noch nicht gab“, erinnert sich Rother. So begann sie, ihrer Tocher vom Froschwald, Froschvater Heinz, Froschkind Willi und einer besonderen Freundschaft zu Spinne Rudi zu erzählen.

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Auf einmal hörte ihre Tochter, die heute 36 ist und selbst Kinder hat, wie gebannt zu und hing an ihren Lippen. Die komplett frei erfundene Geschichte, die den Kindern Platz für ihre eigene Fantasie lässt, kam gut an. Renate Rother notierte sie sich auf kleinen Zettelchen, um sie nicht zu vergessen. Vor rund sieben Jahren kam der 68-Jährigen die Idee, aus der losen Zettelsammlung ein Buch zu machen.

Nachbarin zeichnete Charaktere für die Bücher

Renate Rother war klar, dass sie Kindern nicht nur beschriebene Seiten bieten kann. So bat sie ihre Freundin und Nachbarin Elke Kirchner, die leidenschaftlich gerne malt und zeichnet, einige ihrer Charaktere für das Buch zu zeichnen. „Das habe ich sehr gerne gemacht, bekam aber auch immer ganz genaue Anweisungen“, erinnert sich die 76-Jährige, die einmal Inhaberin von Elkes Treff sowie vom Klosterstübchen war.

Mehrere Verlage hatten Interesse an der Froschgeschichte, letztendlich erschien der erste Band der „Lustigen Geschichten mit Willi und Rudi aus dem Froschwald“ im Verlag Books on Demand.

Vor wenigen Wochen erschien der dritte Band

Irgendwann hatte Rother neue Ideen für ihre Frösche im Kopf und so entstand der zweite Band. Danach wollte die Kirchhellenerin eigentlich über die Kindheit ihrer Tochter schreiben, das wollte diese jedoch nicht. „Nachts, als ich über private Probleme grübelte, habe ich mir dann als Ablenkung eine weitere Fortsetzung der Froschgeschichte ausgedacht“, erzählt die 68-Jährige. Vor wenigen Wochen erschien somit Band 3. Inzwischen kommen auch ihre Enkelkinder in den Genuss der Erzählungen rund um die Frösche.

Rothers Geschichten spielen alle im Froschwald, bauen aufeinander auf und eignen sich für Kinder ab dem Grundschulalter. Im Mittelpunkt stehen Froschvater Heinz, der eine Gärtnerei betreibt, und sein Sohn Willi. Eine Mutter gibt es ganz bewusst nicht. „In der Realität werden Kinder auch immer wieder damit konfrontiert, dass andere Kinder nur einen Elternteil haben“, begründet die Autorin ihre Entscheidung.

Buch soll Kindern die Angst vor Spinnen nehmen

Das Froschkind Willi freundet sich mit der Spinne Rudi an, die am Anfang sehr traurig darüber ist, dass niemand Spinnen mag. Auch Rothers Tochter hatte als Kind Angst vor Spinnen und ihre Mutter wollte ihr mit den Geschichten zeigen, dass diese unbegründet ist. Gemeinsam erleben Willi und Rudi viele Abenteuer, im Himmel, auf der Erde, mit Sandmännern und Engeln. Ab dem zweiten Band werden die Geschichten von Ausmalbildern aufgelockert, die Elke Kirchner gezeichnet hat.

Die beiden Freundinnen können sich vorstellen, ihre Geschichten auch einmal in einem Kindergarten vorzulesen und die Kinder dazu ausmalen zu lassen. Renate Rother möchte die Geschichten außerdem auf CD sprechen, damit Kinder sie auch genießen können, wenn die Eltern mal keine Zeit zum Vorlesen haben.

Inzwischen sind ihre Bücher auch bei Amazon unter anderem als E-Book erhältlich. Reich werden möchte die Kirchhellenerin mit ihren Büchern nicht. „Wenn man keinen bekannten Namen hat, ist das sowieso schwierig. Die Hauptsache ist aber, dass die Kinder Spaß daran haben.“

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