Für diese Weihnachtsbäume kommen sogar Sauerländer nach Kirchhellen

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Familie Kaufmann verkauft auf ihrem Hof regionale und nachhaltig produzierte Tannenbäume, die ohne umweltschädliche Spritzmittel großgezogen werden.

Kirchhellen

, 16.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn selbst Sauerländer extra nach Kirchhellen kommen, um hier eine Nordmanntanne zu kaufen, muss das einen besonderen Grund haben. Vor acht Jahren pflanzen Markus und Dorothe Kaufmann auf ihrem Hof 10.000 Tannenbäume. Der Umwelt zur Liebe verzichten sie auf Glyphosat und andere Unkrautvernichter.

„Wir haben uns früher immer selbst geärgert, wenn wir einen Weihnachtsbaum gekauft haben. Denn meistens werden diese gespritzt, damit das Unkraut wegbleibt“, erzählt Dorothe Kaufmann. Zusammen mit ihrem Mann Markus kommt ihr die Idee, es mal anders zu versuchen.

Auf einer Fläche von einem Hektar hat Familie Kaufmann vor acht Jahren um die 10.000 Nordmanntannen gepflanzt. Heute können die ungespritzten Bäume hier selbst geschlagen werden.

Auf einer Fläche von einem Hektar hat Familie Kaufmann vor acht Jahren um die 10.000 Nordmanntannen gepflanzt. Heute können die ungespritzten Bäume hier selbst geschlagen werden. © Julian Schäpertöns

Auf dem Hof an der Lehmschlenke haben die beiden Landschaftsarchitekten eine circa ein Hektar große freie Fläche. Hier pflanzen sie vor acht Jahren um die 10.000 Nordmanntannen. „Uns ist das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig. Darum wollten wir komplett auf Spritzmittel und Kunstdünger verzichten“, erzählt der 50-jährige Markus Kaufmann.

Gras wuchs zunächst höher als die Bäume

Doch die ersten vier Jahre passiert auf dem Feld nicht viel. „Das Gras wuchs höher als die Bäume“, erinnert sich Dorothe Kaufmann. „Wir haben schon ans Aufhören gedacht“, ergänzt ihr Mann. Doch irgendwann bekommen die Nordmanntannen einen Schub und wachsen in die Höhe. „Sicherlich wären die Erträge mit Spritzmitteln höher gewesen. Aber wir sind froh, dass es auch so geklappt hat“, so der gelernte Forstwirt.

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Im Jahr 2018 sind die Bäume so weit, dass die ersten verkauft werden können. Von 80 Zentimeter bis zu drei Meter hoch haben sich die Tannen unterschiedlich entwickelt. Familie Kaufmann bietet zusätzlich an, dass die Käufer ihre Bäume auch selbst schlagen können. „Besonders viele Familien mit kleinen Kindern kommen zu uns“, erzählt Markus Kaufmann. „Da wird der Weihnachtsbaumkauf zu einem besonderen Event.“

Kunde wählt bewusst einen hässlichen Baum

Doch nicht nur Kirchhellener besuchen den Hof der Familie Kaufmann. Selbst Besucher aus dem Sauerland haben schon davon mitbekommen, dass hier ungespritzte Bäume verkauft werden. Von den Kunden hören die Kaufmanns die spannendsten Geschichten zu dieser weihnachtlichen Tradition.

„Auch die hässlichen Bäume werden ausgesucht“, berichtet Markus Kaufmann. „Ein Paar hat sich für einen ganz kahlen Baum entschieden. Sie erzählten mir, dass die Frau aus Norwegen kommt. Hier legt man die Geschenke in den Baum.“ Aber auch Bäume mit zwei Spitzen oder sehr kleine Tannen werden verkauft. „Ein Kunde sagte mal, er nimmt extra einen hässlichen Baum, weil dieser sonst nie die Chance hätte, ein Weihnachtsfest zu erleben.“

Auch die Kinder packen mit an

Neben Markus und Dorothe Kaufmann sind auch die drei Kinder Jonas, Nele und Jule mit Eifer dabei. Die beiden Töchter bieten im Bauwagen frische Waffeln und heiße Getränke an. Damit wollen sie Spenden für das Kinderhospiz in Gladbeck sammeln. Und auch der 16-jährige Jonas hilft beim Schlagen und Einpacken der Bäume. „Wir haben leider noch keine Alternative zum Plastiknetz gefunden“, sagt Markus Kaufmann. „Wenn es irgendwann etwas Umweltfreundlicheres gibt, wollen wir das umstellen.“

Auch am nächsten Adventswochenende und nach Absprache (Tel. 02045 – 5319) können auf dem Hof der Familie Kaufmann an der Lehmschlenke 43 Bäume selber geschlagen werden. Freitag ist dies von 14 bis 17 Uhr möglich und Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

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