Gastwirt Peter Kessler verabschiedet sich

Zukunft der Kneipe noch ungewiss

Nach 23 Jahren hat Peter Kessler die einstige Kult-Gaststätte Dickmann-Kessler an der Hauptstraße geschlossen. Was mit dem historischen Gebäude passiert ist noch unklar. Ein ehemaliger Kirchhellener möchte es unter Denkmalschutz stellen.

Kirchhellen

, 15.01.2016, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 10. November 2015 hat Gastwirt Peter Kessler „seinen“ Laden zum letzten Mal geöffnet, um dann nach 23 Jahren für immer zuzuschließen. „Ich bin traurig, aber auch irgendwie froh. Meine Frau, meine Tochter und ich hatten hier viele tolle Jahre, jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt“, sagt der 59-Jährige, der mitten in der Auflösung des Inventars steckt.

Seine liebste Schicht war die am Morgen. Denn da standen bereits vor Öffnung der Gaststätte einige seiner älteren Kunden vor der Tür. „Bei den Rentnern konnte ich selber noch mal Junge sein“, so Kessler. 

"Peter Kessler - Legende"

Aber auch mit der Jugend konnte er immer gut. Bis zuletzt setzten sich viele junge Kirchhellener für den Erhalt der Gaststätte ein. Besonders unter die Haut gegangen ist Peter Kessler eine Begebenheit kurz nach der Schließung: „Da standen auf einmal mehrere Jugendliche unten vor den verschlossenen Rollläden und skandierten ‚Peter Kessler – Legende‘. Das tat schon gut.“

Trotz der großen Beliebtheit blieb die Kundschaft immer mehr aus. Ein schleichender Prozess sei das gewesen, irgendwann sei seine Art von Gastronomie einfach nicht mehr „in“ gewesen.   „Persönlich würde es mir sehr weh tun, wenn das Objekt jetzt dem Bagger zum Opfer fallen würde.“

Denkmalschutz für Gasthaus

Das sieht der in Kirchhellen aufgewachsene FDP-Politiker Marcel Luthe ähnlich. Er regt an, das traditionsreiche Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. Am 4. Januar hat er sich mit einem Brief an Oberbürgermeister Bernd Tischler gewand. 

„Vergleicht man das Kirchhellen heute mit dem vor 15 Jahren, fallen große Unterschiede auf“, so Luthe. Inzwischen sei „alles zugepflastert“. „Der Dorfcharakter geht verloren, Kirchhellen wird immer mehr zum Vorort von Bottrop. Dieser Gleichmacherei muss man ein Ende setzen, sonst bleiben die Ortsteile nicht mehr unterscheidbar“, sagt Luthe.

Denkmalbehörde prüft

Ob es nach Paragraph 2 des Landesdenkmalgesetzes möglich ist, die Gaststätte unter Denkmalschutz zu stellen, das prüft derzeit die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bottrop. Noch in diesem Monat sei eine Begehung gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) geplant, erklärt Thorsten Kastrup.

Eine ganze Reihe von Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Gebäude in die Denkmalliste aufgenommen wird. Nach der Ortsbesichtigung wird die Fachentscheidung gefällt, ob die Gaststätte unter Denkmalschutz gestellt wird, oder nicht. Ermessensspielraum gebe es dabei keinen.

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