Gesucht: Tote Braut, Harlekin und Stacheldrahtmann

Halloween-Casting im Movie Park

Für schwache Nerven ist Halloween im Movie Park mal so gar nichts. Schon das Casting der neuen Monster sorgte für einige Schreckensschreie.

KIRCHHELLEN

, 27.07.2015, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alessa und Mutter Maren sitzen am Tisch und studieren den Fragebogen für die persönlichen Daten. Es ist ihr erstes Casting. Ein paar rötliche Lichter an den Wänden sorgen für spärliche Beleuchtung. Plötzlich packt von hinten eine blutverschmierte Hand zu, greift Alessas Hals. Die Gestalt zieht einen Säbel, hält ihn an Alessas Kehle. War das erste Casting der beiden Dortmunderinnen auch ihr letztes?

Großer Bedarf an neuen Monstern

Nein, war es nicht! Aber wenn man sich als Halloween-Monster im Movie Park bewirbt, muss man damit rechnen, dass das Casting ein wenig anders abläuft. Rund 60 Bewerber folgten dem Casting-Aufruf des Freizeitparks und kamen nach Kirchhellen. „Wir haben immer großen Bedarf an neuen Monstern. 2015 werden zu Halloween rund 270 Zombies, Wahnsinnige, Henker und so weiter im Park und in den Häusern unterwegs sein“, so Event-Manager Jörg Kraft.

Um die Neulinge darauf einzustimmen, was sie erwartet, waren auch einige „Alt-Monster“ in voller Verkleidung vor Ort. Sie mischten sich unter die angehenden Monster-Darsteller und verbreiteten in bekannter Manier Angst und Schrecken. „Du hast so schöne Augen. Darf ich sie Dir ausstechen?“

Zombie dank Kontaktlinsen

Ihre Augen durften die Bewerber zwar behalten, aber mit deren Schönheit war es beim Schminken vorbei, denn gruselige Zombie-Kontaktlinsen hatte jeder mitgebracht. Das selbstständige Schminken war ein Auswahlkriterium beim Casting. Über eine Stunde hatten die zukünftigen Untoten Zeit, zu sterben und sich zu verwandeln. An den Schminktischen wurde keine Zeit verschenkt. Die „Alt-Monster“ zeigten ihre nette Seite und gaben Tipps. „Ich würde mir die Schminke ohne die Zusätze kaufen, sonst kriegst Du Pickel.“

Warum bewirbt man sich als Halloween-Monster? Eve Söchting aus Dortmund: „Ich mache für mich und für Freunde Horror-Make-up als Hobby.“ Jana Gawlick aus Bottrop: „Ich war jahrelang Besucher zu Halloween und möchte jetzt selbst die Menschen erschrecken.“

Wie viel Spaß das „Monstern“ machen kann, weiß „Alt-Monster“ Yvonne Nagel aus Bottrop. Die 40-jährige Grafenwälderin ist im sechsten Jahr dabei. „Zuerst war ich die „tote Braut“, dann der Stacheldrahtmann, die Barockdame, Amanda aus „Saw“ und jetzt der Harlekin. Mich fasziniert der Horror, zu sehen, wie die Menschen reagieren.“

Wahnsinnige Kinder

Nach dem Schminken kam der wichtigste Teil des Castings: das „Monstern“. Im „Deathpital“ ging das Licht aus und die Räume wurden in schauriges Halbdunkel getaucht. Die Bewerber verteilten sich auf verschiedene Räume.

Nacheinander ging die Jury durch diese Räume, starrte in tote Augen, sah aufgeschnittene Kehlen, herunterhängende Hautfetzen und Masken, hinter denen sich der Wahnsinn verbarg. Zombies schleppten sich durch die Räume, wahnsinnige Kinder trugen ihre geköpfte Puppe bei sich. Die angehenden Halloween-Monster gaben ihr Bestes. Sie schrien, verzerrten ihre Gesichter, sprangen auf die Jury zu.

Gegen 17 Uhr kehrten die Untoten zurück ins Leben. „Es hat Spaß gemacht. Jetzt gehen wir erst einmal etwas Essen.“ Chinesisch – Huhn und Schwein, kein Menschenfleisch. 

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