Gewerbeflächen sind begehrt - Bedarf kann nicht gedeckt werden

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Auf die freien Flächen im Gewerbegebiet „Im Pinntal“ gab es einen großen Ansturm. Ein Autohaus hatte besonders große Not und erschließt seine Fläche nun selbst.

Kirchhellen

, 14.10.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Kirchhellen suchen viele Betriebe neue Gewerbeflächen. Das wird deutlich, wenn man einen Blick auf das Gewerbegebiet „Im Pinntal“ wirft, das gerade entsteht.

Seit 2005 sind das Gebiet und seine Erschließung Themen im Ort. Im Mai konnten Wirtschaftsförderung sowie Oberbürger- und Bezirksbürgermeister endlich den Bebauungsplan für die nördliche Seite präsentieren. Bis Anfang Juli konnten sich interessierte Betriebe für eine Parzelle bewerben. Bereits damals mahnte Sabine Wißmann von der Bottroper Wirtschaftsförderung: „Nun sollte man schnell sein.“

„Wir hätten deutlich mehr Flächen vermarkten können“

Damit sollte sie Recht behalten, wie Gernot Miller, ebenfalls von der Wirtschaftsförderung, jetzt bestätigt: „Die Parzellen waren sehr begehrt. Wir hätten deutlich mehr Flächen vermarkten können. Der Bedarf in Kirchhellen ist auf jeden Fall da.“

Insgesamt umfasst das Gewerbegebiet rund 27.000 Quadratmeter. 14 Unternehmen werden die Flächen künftig nutzen, nach Angaben von Miller handelt es sich dabei vorrangig um Handwerksbetriebe. „Alle sind in Bottrop ansässig und suchten Erweiterungsmöglichkeiten“, erklärt er.

Autohaus Bellendorf stand unter großem Druck

Ein Grundstück von rund 4000 Quadratmetern war bereits schon im Vorfeld an das Autohaus Bellendorf verkauft worden. Der Betrieb hatte unter großem Druck des Vertragspartners Seat gestanden. Diese hatten neue Verträge mit ihren Händlern abgeschlossen und darin sehr genaue Vorgaben unter anderem zur Präsentation ihrer Neuwagen gemacht. Bellendorf hatte daraufhin dringend expandieren müssen und bereits Wagen auf die grüne Wiese im neuen Gewerbegebiet gestellt.

„Aktuell stehen da bis zu 60 Autos. Es werden aber täglich weniger, da die meisten schon verkauft sind, aber jetzt erst ausgeliefert werden“, sagt Tobias Bellendorf. Hätte der Betrieb die Fläche nicht bereits kaufen können, hätte die Gefahr bestanden, dass das Autohaus hätte abwandern müssen. „Es war knapp, aber wir haben ja alles retten können“, so Bellendorf. Erschließen wird das Autohaus seine Fläche über die Gartenstraße selbst. Im Moment sei man dabei, alle planungsrechtlichen Unterlagen für einen Bauantrag zusammenzutragen.

Baustraße soll Ende 2020 fertig sein

Aktuell arbeiten auch die technischen Dezernenten der Stadt an der Umsetzung des Bebauungsplans für das gesamte Gewerbegebiet. Die Erschließung der Fläche stehe dabei erst einmal im Vordergrund, so Miller. Er rechnet damit, dass die Baustraße Ende 2020 fertig sein wird. Dann können die Betriebe ihre Parzellen anfahren. Der Endausbau der Straße erfolgt, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind.

Städtische Flächen, um weiteres Gewerbe anzusiedeln beziehungsweise Erweiterungsmöglichkeiten für Betriebe zu schaffen, gibt es in Kirchhellen derzeit nicht. „Wir sind da zwar immer dran, um die Bedarfe zu befriedigen, aber direkt in Kirchhellen haben wir da momentan nichts“, so Miller.

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