Gisela und Egon Jendral durchwandern Deutschland

Erste Etappe

Gisela und Egon Jendral wandern seit 50 Jahren gemeinsam. Jetzt haben sie ihr nächstes Großprojekt gestartet. In fünf Etappen werden sie Deutschland von West nach Ost durchqueren. Am westlichsten Zipfel gab ihnen der Bürgermeister von Selfkant einen Brief mit auf den Weg, den sie im September 2017 beim Oberbürgermeister von Görlitz abliefern werden.

Kirchhellen

, 07.10.2015, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Isenbruch bei Selfkant begann das neue Abenteuer für das wanderfreudige Paar. Rund 1000 Wanderkilometer, aufgeteilt in fünf Etappen, voller Natureindrücke und spannender Begegnungen lagen da noch vor ihnen. Selfkants Bürgermeister Herbert Corsten sorgte für die erste von vielen Geschichten, die die Jendrals schon nach der ersten Etappe erzählen können.

Vier Zipfelpunkte

„Isenbruch ist einer von vier Zipfelpunkten“, sagt Egon Jendral. Die vier Städte Selfkant, List auf Sylt, Oberstdorf und Görlitz haben 1999 den Zipfelbund ins Leben gerufen. Corsten überreichte den Kirchhellenern am Ende ihres Besuchs nicht nur ihre Zipfelpässe mit den ersten Stempeln. „Er gab uns den Brief für Oberbürgermeister Siegfried Deinege mit“, erzählt Egon Jendral. Wohl wissend, dass das Ehepaar ihre letzte West-Ost-Etappe erst im September 2017 in Görlitz beenden wird. „Wir tragen die Botschaft vom westlichsten zum östlichsten Zipfel“, versprach Jendral dem Bürgermeister.

Viele Gespräche

„West – Ost“ und „Selfkant – Görlitz“ hat der 77-Jährige in großen Buchstaben auf dem Rücksack angebracht. Auf Gisela Jendrals Rücksack thront die ganze Zeit die Zeitungsente, die sie Dorsty nennen. Das schreit förmlich danach, angesprochen zu werden. Und so ist es auch. Überall lernen die Kirchhellener neue Menschen kennen, hören Geschichte und Anekdoten, lassen sich deren Heimat zeigen.

Mit vielen von ihnen bleiben sie in Kontakt. „Die meisten wollen wissen, wie es weiter geht“, erzählt Gisela Jendral. Das Adressbuch wird immer voller. Jetzt sind es wieder ein paar mehr, die von künftigen Wanderungen der Jendrals Postkarten oder Zeitungsberichte bekommen. Das macht Arbeit, vor allem aber Spaß. „Das ist, was uns antreibt“, sagt die 73-Jährige. „Andere zu motivieren, auch die Schuhe anzuziehen.“

Es geht nicht um Höchstleistungen

Es geht nicht um sportliche Höchstleistungen. „Wir haben nicht den Ehrgeiz, viele Kilometer zu machen“, sagt Gisela Jendral. „Wir wollen ja was sehen.“ Und ihr Mann zitiert den französischen Schritsteller Georges Duhamel: „Die Landschaft erobert man mit den Fußsohlen und nicht mit den Autoreifen.“ Deshalb sind viele Abstecher eingeplant. Zum Beispiel zum ehemaligen Kloster Hohenbusch. Bei einer Führung durch dass Haupthaus ließen sich Jendrals alles über das 1302 durch den Orden vom Heiligen Kreuz gegründeten Kloster erzählen.

Der Auftakt der West-Ost-Durchquerung war entspannt. Durch eine ruhige und ebene Landschaft wanderten die Jendrals durch kleine Ortschaften mit hübschen Ortskernen und Kirchen, die oft über 1000 Jahre alt sind. Und dann stimmte die Karte nicht mehr. Der Braunkohleabbau Garzweiler ist so weit nach Westen vorgedrungen, dass Radwege umgeleitet worden sind. „Wir schlängelten uns über Feldwege bis an den Abgrund zu den Abbaustätten“, so Egon Jendral. „Wir blickten in ein kilometerlanges und 200 Meter tiefes Loch. Da ist man einfach

Rucksack wird immer schwerer

Planänderung dann auch am Rhein. Bei Zons wollte das Ehepaar mit der Fähre den Rhein überqueren, um weiter nach Monheim zu wandern. Wegen Niedrigwasser war der Fährbetrieb eingestellt. Also liefen sie am westlichen Rheinufer entlang, was ein paar zusätzliche Kilometer einbrachte. Kein Problem für die beiden Wanderer, auch wenn Gisela Jendral sagt „Der Rucksack wird jeden Tag schwerer.“ Sechs, sieben Kilo wiegt er, ihr Mann trägt noch etwas mehr auf dem Rücken. Weiter ging es auf ebenen Pfaden an Seen und an der Wupper entlang. Erst am Ende wurde es hügeliger. Nach 190 Kilometern war Burscheid-Burbach, war das erste Etappenziel erreicht.  

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