Jan Laustroer legt als DJ „Antibody“ Platten auf - in einer ganz besonderen Szene

rnGothic-Szene

Musik bestimmt das Leben des gebürtigen Kirchhelleners Jan Laustroer. Als DJ „Antibody“ macht er die Nacht zum Tag - und das im wahrsten Sinne. Denn er legt für eine düstere Szene auf.

Kirchhellen

, 18.07.2019, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er kann keine Noten lesen, spielt kein Instrument und singen kann er auch nicht – und doch ist der 18-jährige Kirchhellener Jan Laustroer Musiker. Möglich machen es Computerprogramme, mit denen er Beats baut. Jan Laustroer alias „Antibody“ hat sich mittlerweile in der Gothicszene als DJ einen Namen gemacht.

Laustroer ist ein Nischen-DJ

Es ist eine absolute Nische, in der Jan Laustroer bekannt ist. Der Kirchhellener macht seit einigen Jahren sogenannte Electro-Industrial-Musik und hat bereits zwei Alben rausgebracht, die in der Gothicszene gute Resonanz fanden. „Es ist ein Klischee, dass alle böse sind und nie lachen. Die meisten tun nur so und sind ziemlich nett“, erzählt Jan Laustroer, der bereits einige Konzerte gegeben hat und in der Szene gut vernetzt ist.

Angefangen hat alles im Jahr 2013. Da war Jan gerade mal zwölf Jahre alt. Ein Schulfreund hatte ihm ein Programm gezeigt, mit dem er Musik selbst erstellen kann. Das fand er interessant und probierte es zu Hause selbst aus, eigene Beats zu bauen. „Das klang am Anfang total kacke. Aber nur so lernt man“, sagt er heute.

Electro-Industrial ist seine Musikrichtung

Durch einen anderen Schulfreund entdeckte er das Genre Electro-Industrial für sich. Diese Musik ist wiederum nur ein kleiner Teil der Gothicszene. Mit den Jahren probierte sich Jan aus und lud im Jahr 2015 das erste Mal unter dem Namen „Antibody“ Musik bei YouTube hoch. Über die sozialen Netzwerke bekam er schnell Rückmeldung von Künstlern der Szene, die ihn motivierten, weiter zu machen.

Immer mehr Songs entstanden und 2017 erhielt der Kirchhellener einen Vertrag beim Heidelberger Label „darkTunes“. Im gleichen Jahr erschien auch sein erstes Album „Opera Of Death.“ DJs in Clubs begannen, einige seiner Songs zu spielen, und bald folgten die ersten Auftritte von Jan. Mit seinen Eltern besuchte er Konzerte und Festivals mit bis zu 500 Menschen im Publikum.

Antibody geht andere Wege

2018 startete Jan ein weiteres Projekt mit dem Frankfurter Musiker Marco Hein. Anders als bei seinen Stücken unter dem Namen „Antibody“ macht er hier auch Musik mit Gesang und probiert einen etwas ruhigeren, atmosphärischen Stil aus.

Die Kommunikation der beiden Künstler läuft digital ab. Gegenseitig werden sich Beats hin und her geschickt und es wird viel geskypt.

Kooperationen mit internationalen Bands

Auch mit der schwedischen Band „Croona“ und „Frame Of Mind“ arbeitet er zusammen. 2018 erschien zudem sein zweites Album als „Antibody“ mit dem Titel „Revolution Dance“ und noch in diesem Jahr will er eine neue EP rausbringen. Auch auf ein Konzert auf einem großen Festival in Wien freut er sich.

Nach seinem Abitur im nächsten Jahr möchte er Tontechnik studieren und weiter nebenbei Musik machen. Denn er weiß: In der kleinen Nische gibt es nur eine Handvoll Künstler, die von der Musik richtig leben können. Aber wer weiß: Vielleicht ist Jan Laustroer irgendwann einer von ihnen.

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