Großes Theater im Nirgendwo

Ruhrtriennale in Grafenwald

Theater auf einem Feldweg mitten im Nirgendwo – in Grafenwald, am Schleitkamp in der Nähe zum Sensenfeld wird das im Sommer Realität. Im Rahmen der Ruhrtriennale wird dort das belgische Theaterstudio Orka im August und September das Outdoor-Familienstück „Sumpfland“ zeigen.

Grafenwald

, 29.04.2016, 16:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Großes Theater im Nirgendwo

Dieser Privatweg in Grafenwald wird im Sommer Spielort für das Stück "Sumpfland".

Als die Ruhrtriennale kurzfristig einen Spielort draußen und möglichst weit ab von jeglicher Wohnbebauung suchte, machte sich das Kulturamt der Stadt auf die Suche. „Alt-Bottrop ist ja nicht gerade so ländlich, da fiel die Wahl schnell auf Kirchhellen. Viel Zeit hatten wir für die Suche nicht“, erklärt Kulturamtsleiter Dieter Wollek auf Anfrage unserer Zeitung. Erst habe man andere Orte, als den jetzt gefundenen in Grafenwald, im Auge gehabt. Dabei habe es sich jedoch um öffentliche Wege gehandelt. „Das war problematisch, denn für das Theater hätten wir diese für den Durchgangsverkehr sperren müssen“, so Wollek. Gefunden habe man den Weg in Grafenwald mithilfe des Kirchhellener Künstlers Guido Hoffmann und dank seiner Kontakte zu den Höfen. Die Ackerfläche am Weg gehört der Familie Große-Holtfort.

Trost, Träumer und warmes Bier

Dieter Wollek freut sich sehr darüber, dass das Stück in Bottrop gespielt wird: „Ich bin selbst sehr gespannt.“ Bei „Sumpfland“ handelt es sich laut Angaben der Ruhrtriennale um ein Stück für Menschen von „acht bis 108 Jahren“. Es handelt von Menschen, die voller Mut und Kraft aufrecht bleiben. Dabei geht es auch um Trost, um Träumer, um frei herumlaufendes Wild und um zu warmes Bier. Im Mittelpunkt des Stücks steht ein verlassenes Café mitten im Nirgendwo, das langsam im Boden versinkt. Keiner weiß genau, warum es das tut.

Früher tobte dort das Leben, heute ist das Café eingefallen und zerquetscht. Und dennoch gibt es noch ein paar Menschen, die nicht nach Hause gehen. Sie lachen über Witze, die nur sie lustig finden und tanzen wie Kinder. Das Studio Orka aus Gent wurde 2004 von Martine Decroos und Philippe Van de Velde gegründet. Nach Angaben der Ruhrtriennale-Veranstalter handelt es sich bei Orka um ein Künstlerkollektiv, „das mit einer eigenwilligen Ästhetik und großer Bildhaftigkeit erstaunliche Lebensräume erfindet“.       

Die Aufführungen (Sensenfeld 90) sind am 26., 27., und 28. August sowie am 2., 3. und 4. September um 19 Uhr. Am 28. August und 4. September gibt es auch eine Aufführung um 15 Uhr sowie am 29. August und 2. September um 11 Uhr.

Dauer: 90 Minuten. Sprache: Deutsch. Karten: 15 Euro. Ein Shuttlebus fährt bei den Abendveranstaltungen vom Oberhausener Hauptbahnhof zum Spielort.

 

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