Hospizgruppe kümmert sich um die vielen Facetten der Trauer

Aktion "TrauerJahr"

Wie fühlt man sich, wenn ein geliebter Mensch stirbt? Darauf gibt es nicht die eine Antwort, die für alle Angehörigen und für jede Phase der Trauer gilt. Das wissen die Mitarbeiterinnen der Ambulanten Hospizgruppe Bottrop sehr gut und haben deswegen ihre Aktion, das „TrauerJahr“, unter das Motto „Trauer ist bunt“ gestellt.

KIRCHHELLEN

, 16.03.2017, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hospizgruppe kümmert sich um die vielen Facetten der Trauer

Michaela Huwe (l.) und Mechthild Hemming wissen, dass Trauer sehr vielfältig ist und sich im Laufe der Jahre verändert. „Trauer ist bunt“ ist deswegen das Motto des „TrauerJahres“. Wie bunt, das beweisen die einzelnen Workshops 2017.

Acht besondere Veranstaltungen werden in diesem Jahr stattfinden, davon zwei in Kirchhellen. Sie richten sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen. Können zum ersten Workshop „Familie und Trauer“ alle Menschen zwischen drei und 99 Jahren kommen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene –, spricht ein anderer vor allem Menschen an, die mit Tanz ihre Trauer verarbeiten können, andere mit Malerei, wieder andere wollen vielleicht im Workshop „Humor und Trauer – Wann darf ich wieder lachen?“ neue Wege in ihrer Trauer gehen.

Trauer verändert sich

„Unser Schwerpunkt in der Hospizgruppe liegt auf der Sterbebegleitung, aber Trauer ist ja immer ein Teil davon und sie hört mit dem Tod nicht auf“, erzählen Michaela Huwe, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Hospizgruppe, und Koordinatorin Mechthild Hemming, wie sie auf die Idee, ein „TrauerJahr“ auszurufen, gekommen sind. Natürlich höre die Trauer nach diesem einem Jahr nicht auf, deswegen habe man auch eine andere Schreibweise gewählt, aber sie verändere sich. „In der ersten Phase geht es oft um Organisatorisches, dann kommt meist ein tiefes Loch und das Verständnis: Dieser Mensch kommt nie wieder. Dann kommen die ersten Male, die ohne diesen Menschen stattfinden: der erste Hochzeitstag oder der Geburtstag“, erklärt Mechthild Hemming, warum es auch ein Seminar zu „Übergängen in der Trauer“ gibt.

Der Hospizgruppe sind die unterschiedlichen Veranstaltungen in diesem Jahr auch deswegen wichtig, weil sie hoffen, dadurch andere Menschen anzusprechen als mit dem traditionellen Trauercafé. „Wir haben uns schon kritisch gefragt: Ist das Trauercafé noch zeitgemäß? Können wir Menschen damit noch erreichen?“, sagt Mechthild Hemming. Denn oft würden nur wenige Menschen diese Möglichkeit zum Austausch aufsuchen.

Trauercafé bleibt

Dennoch hat die Gruppe entschieden, das Café weiterzuführen, aber zusätzliche Angebote zu machen. „Je nachdem, wie die in diesem Jahr angenommen werden, schauen wir: Was bleibt auch 2018 bestehen“, blickt Michaela Huwe voraus.

Hier die Veranstaltungen im Überblick

 

  • Familie und Trauer – Jeder malt in seiner Trauerfarbe*, mit Judith Kolschen, Trauerbegleiterin und -rednerin am 31. März (Freitag), 16 bis 18.30 Uhr, Hans-Sachs-Straße 15.
  • Trauerorte – Besuch und Führung über den alten Friedhof mit Stadtführer Holger Kröcher am 12. Mai (Freitag), 17 bis 19.30 Uhr, Horster Straße.
  • Trauer und Tanz – „Tanzt auf meinem Grab!“* mit Lebenstänzer Dr. Felix Grützner, 6. Juni (Dienstag), 17 bis 20 Uhr, Hans-Sachs-Straße 15.
  • Kunst und Trauer – „Werde kreativ!“, Trauercafé extra, anschließend Café für Trauernde, 2. Juli (Sonntag), 13 bis 15 Uhr, Neustraße 2.
  • Gemeinsam Trauerwege gehen, Trauercafé extra, anschließend Café für Trauernde, 20. August (Sonntag), 14 bis 15 Uhr, Haus St. Johannes, Gartenstraße,
  • Was bleibt, was geht mit? Übergänge in der Trauer* mit Schwester Beate Harst, 25. September (Montag), 19.30 bis 21 Uhr, Neustraße 2.
  • Humor und Trauer – Wann darf ich wieder lachen?* mit Komiker Thomas Holtbernd, 16. November (Donnerstag), 19 bis 21 Uhr, Neustraße 2.
  • Segnungsgottesdienst für Trauernde, anschließend Beisammensein am 28. Dezember (Donnerstag), 14 bis 18 Uhr, Jugend-Kloster, Hauptstraße 90.
  • Für die Veranstaltungen mit dem * ist eine Anmeldung erwünscht: Tel. (02041) 76 38 12.
  • Die Veranstaltungen sind kostenlos. Spenden sind aber erwünscht.
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