Inhaberin des „Kleinen Engelsecks“ sorgt sich um Leerstände

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Seit sechs Jahren begrüßt Isabelle Bömmer Gäste im Eckcafé „Kleines Engelseck“ in Grafenwald. Besonders am Herzen liegt ihr, dass der Ort so attraktiv bleibt wie er ihrer Meinung nach ist.

Grafenwald

, 29.07.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist der Treffpunkt in Grafenwald: das „Kleines Engelseck“ an der Schneiderstraße. Die Wöller kommen hier hin, um Kaffee zu trinken und zu schnacken. „Viele sagen mir, es ist wie ein Zuhause“, erzählt die Besitzerin Isabelle Bömmer. Seit mittlerweile sechs Jahren betreibt sie das kleine Café. Die engagierte Wöllerin hat dabei aber auch immer den ganzen Ort im Blick – und kämpft dafür, dass es im Dorf so lebenswert bleibt.

Die Schließung der Wöller Storwe vor einigen Jahren war ein schwerer Verlust für die Grafenwälder. Isabelle Bömmer macht sich vor allem Sorgen, dass sich Grafenwald irgendwann so entwickelt, wie es bereits in manch anderen Orten aussieht. „Wir haben hier alles, was wir brauchen und eine gute Infrastruktur. Aber wir müssen kämpfen, dass es auch so bleibt und wir keinen Leerstand haben“, sagt die 55-jährige Gastronomin.

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Es sei das Miteinander, was Grafenwald ausmacht, erzählt sie. Isabelle Bömmer selbst singt im Chor, ist Mitglied bei der KFD und pflegt die Kontakte zu ihren Nachbarn. Ihr Ansporn ist es, das gesellschaftliche Leben im Ort selbst mitzugestalten. Sei es der kleine Weihnachtsmarkt „Von Ecke zu Ecke“, den sie zusammen mit den Kaufleuten in Grafenwald vor sechs Jahren ins Leben gerufen hat, die Trödelmärkte im Engelseck oder die Musicalaufführungen von Les Misérables. Isabelle Bömmer hat nicht nur Ideen: sie setzt sie auch um.

Mit ihrem kleinen Engelseck hat sich die gelernte Physiotherapeutin 2014 einen großen Traum erfüllt. „Zusammen mit meinem Mann bin ich oft von Café zu Café gefahren. Oft dachte ich mir: das könnte ich besser“, erinnert sie sich. Im ehemaligen Schlecker hat sie ein kleines, gemütliches Eckcafé geschaffen. Großen Wert legt sie auf ein stilvolles Ambiente und persönlichen Kontakt zu ihren Gästen. „Im Engelseck krieg ich so viel von den Menschen zurück“, sagt sie.

Frühstücken ist jetzt wieder möglich

Geöffnet hat das Engelseck momentan dienstags bis samstags von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Nach dem Corona-Lockdown kann nun endlich wieder gefrühstückt werden. Nachmittags steht die Lokalität für Geburtstage, Hochzeitsfeiern und andere Feste bis zu 40 Personen zur Verfügung.

„Die Gäste sind dankbar, dass wir nun endlich wieder auf haben“, erzählt Isabelle Bömmer. Dankbar ist die Gastronomin, dass die Gäste ihr nach wie vor die Treue halten. Und dass das Dorf in so schwierigen Zeiten zusammenhält. Und darum lädt sie Anfang August auch alle Mitarbeiter des CAP-Marktes für ihren Einsatz in der Coronazeit zum Frühstück ein. Im Herbst soll dann Paules Nacht nachgeholt werden. Auch eine Lesung ist demnächst geplant.

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