Die Innovation City hat ihr Ziel erreicht: CO2-Emissionen halbiert

Zehn Jahre

Zehn Jahre Innovation City: Bottrop hat im Pilotgebiet die CO2-Emissionen um die Hälfte reduziert. Jetzt will der Oberbürgermeister auch noch die Mobilitätswende schaffen.

Bottrop, Kirchhellen

von Dorstener Zeitung

, 17.06.2021, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Solarsiedlung Klosterstraße trägt zur hohen Photovoltaik-Dichte in Bottrop bei.

Die Solarsiedlung Klosterstraße trägt zur hohen Photovoltaik-Dichte in Bottrop bei. © Stadt Bottrop

Nach zehn Jahren „InnovationCity Ruhr/Modellstadt Bottrop“ haben die Stadt Bottrop und die Innovation City Management GmbH (ICM) jetzt die Bilanz des Klimastadt-Projektes vorgelegt. Das Ziel, die CO2-Emissionen in einem Pilotgebiet mit 70.000 Einwohnern um die Hälfte zu reduzieren, wurde erreicht. Auch volkswirtschaftlich habe sich das Projekt ausgezahlt, sagen die Verantwortlichen.

Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

  • Bottrop belegt unter allen Großstädten in NRW den Spitzenplatz bei der Photovoltaik-Dichte pro Einwohner.
  • Die von Wohngebäuden ausgehenden CO2-Emissionen sind im Bund von 2010 bis 2020 um 19 Prozent zurückgegangen. In der InnovationCity gingen die Emissionen sehr viel deutlicher zurück: um 47 Prozent.
  • Im Sektor Arbeit/Industrie ist der CO2-Ausstoß (Treibhausgase) von 2009 bis 2020 auf Bundesebene um 5,3 Prozent gesunken, in der InnovationCity um 56 Prozent.
  • Der CO2-Ausstoß pro Kopf (Treibhausgase, ohne Sektor Verkehr) lag 2020 im Bottroper Modellgebiet bei 2,44 Tonnen pro Jahr, bundesweit bei 6,11 Tonnen pro Jahr.
  • 3.657 Wohngebäude wurden modernisiert – das sind rund 36 Prozent des gesamten Bestandes. Im Durchschnitt sind pro Jahr 3,3 Prozent der Wohngebäude teilweise oder komplett energetisch modernisiert worden.
  • 2,7 Mio. Euro Modernisierungsförderung stießen Gesamtinvestitionen von mehr als 20 Mio. Euro an.
  • 11.355 Menschen nahmen an 437 Veranstaltungen der ICM teil.
  • 3.954 Energieberatungen wurden bis zum 31.12.2020 durchgeführt und damit mehr als 30 Prozent aller Einzeleigentümer erreicht.
  • Die CO2-Emissionen (Treibhausgase) der öffentlichen Gebäude in der InnovationCity sind von 2009 bis 2020 um 40 Prozent zurückgegangen.

Bottrop wollte grüne Stadt mit blauem Himmel werden

Ideengeber für die InnovationCity Ruhr war der Initiativkreis Ruhr. Das Wirtschaftsbündnis schrieb den Städtewettbewerb „Blauer Himmel, grüne Stadt“ aus, in dem Bottrop unter 16 Bewerbern das Rennen machte, um Impulse in der Energieregion Ruhrgebiet zu setzen und ihre Innovationskraft unter Beweis zu stellen.

Rolf Buch, Moderator des Initiativkreises Ruhr, wertet das Klimaprojekt als großen Erfolg. „In Bottrop, wo die Ära der Steinkohle mit der Schließung des letzten Bergwerks zu Ende gegangen ist, wird jetzt Klima-Zukunft gemacht. Die InnovationCity Ruhr ist zur Blaupause für die Städte des Ruhrgebiets und darüber hinaus geworden“, sagt Buch, der gleichzeitig Vorsitzender des Vorstands von Vonovia ist.

Oberbürgermeister will jetzt die Mobilitätswende

Das große Interesse der Bottroper Bürgerinnen und Bürger an den Klimathemen ist für Oberbürgermeister Bernd Tischler ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Projekt. Nach zehn Jahren Projektlaufzeit behält Tischler seine klare Vision für die Stadt: „Wir hören mit den Themen Energieeffizienz und Klimaschutz nicht auf, wir machen weiter und integrieren vor allem die Mobilitätswende. Wir entwickeln die InnovationCity Bottrop zur Klimastadt Bottrop. Man wird von uns noch viel hören!“

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt