Katholischer Pfarrer gesteht nach Gottesdienst Liebe zur Pastoralreferentin

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Pfarrer Ulrich Witte und Pastoralreferentin Caroline Johnen haben sich ineinander verliebt. Sie verlassen Kirchhellen nach nur vier Monaten und möchten eine Familie gründen.

Kirchhellen

, 10.02.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war ein Schock für viele Kirchgänger am vergangenen Samstag in der Kirchhellener Gemeinde St. Johannes. Zwei Mitglieder des jungen Seelsorgeteams der Pfarrei in Grafenwald werden nach nur vier Monaten die Gemeinde wieder verlassen.

Im Anschluss an den Gottesdienst sprachen Ulrich Witte und Caroline Johnen zu ihren Gemeindemitgliedern. In einer Ansprache verkündete Pfarrer Witte, dass er statt nach den von ihm geplanten zehn Jahren nun sehr viel eher aus dem Dienst als leitender Pfarrer in Kirchhellen austreten werde.

Ansprache per Sprachnachricht macht die Runde

Eine Aufnahme der Ansprache macht als Sprachnachricht in Kirchhellen die Runde. Der Redaktion wurde diese Sprachnachricht übermittelt und von Gottesdienst-Besucherin Maria Dehling verifiziert. Sie war bei der Ansprache zugegen.

In der Nachricht ist neben Ulrich Witte auch Caroline Johnen zu hören. Sie erklären sich der Kirchengemeinde. Darin heißt es, dass er und die Pastoralreferentin Caroline Johnen zusammen gehen werden, denn sie wollen eine Familie gründen: „Ich bin gerne Priester gewesen, aber ich habe festgestellt, dass ich nicht mehr alleine leben möchte, sondern eine Familie gründen möchte“, so Pfarrer Ulrich Witte.

Bistum Münster äußert sich knapp zur Lage

In einer Pressemitteilung des Bistums Münster werden dahingehend keine Angaben gemacht. In der offiziellen Verlautbarung heißt es, dass Pfarrer Ulrich Witte Bischof Dr. Felix Genn um seine Entpflichtung als Pfarrer der Pfarrei St. Johannes der Täufer gebeten und dieser dem Wunsch mit Ablauf des 15. Februars entsprochen habe.

Auch der Entpflichtung des Priesteramtes werde der Bischof entsprechen. Die Pfarrstelle werde nach Angaben des Bistums Münster nachbesetzt. Ein persönliches Gespräch mit der Redaktion der Dorstener Zeitung lehnten die beiden mit Hinweis auf die Pressestelle des Bistums Münster ab.

Verhältnis wurde immer intensiver

Zwischen Witte und Johnen sei das Verhältnis in den vier Monaten ihrer gemeinsamen Zeit im Selsorgeteam immer intensiver geworden. Die zwei möchten nun ein „gemeinsames Leben in einer neuen Pfarrei des Bistums“ beginnen, sagt Pfarrer Witte in der aufgezeichneten Sprachnachricht. „In den letzten Monaten ist das Verhältnis zwischen Frau Johnen und mir immer besser und intensiver geworden, sodass wir uns eingestehen mussten, dass wir in irgendeiner Form eine Entscheidung treffen müssen“, so Pfarrer Ulrich Witte. Glücklicherweise habe sich Frau Johnen dazu entschlossen, gemeinsam mit ihm die Pfarrei zu verlassen und ein gemeinsames Leben in einer neuen Pfarrei des Bistums zu beginnen.

Johnen wirkt Gerüchten um Schwangerschaft entgegen

Dass die zwei eine Familie gründen möchten, bedeute allerdings nicht, dass schon ein Baby unterwegs sei. „Bevor irgendwelche Gerüchte aufkommen, möchten wir direkt deutlich machen, dass nicht eine bevorstehende Geburt Grund dieser Entscheidung ist“, erklärt Carline Johnen.

In Kirchhellen wollen Witte und Johnen allerdings nicht bleiben: „Wir können uns nicht vorstellen, in Kirchhellen weiter zu arbeiten und zu leben. Wir werden nur noch bis zum Umzug als Privatpersonen hier wohnen“, sagt die Pastoralreferentin. Außerdem wollen Pfarrer Witte und Caroline Johnen alle Menschen in Kirchhellen um Verzeihung bitten.

Viel Zuspruch für Entscheidung von Gemeinde

Durch die Sprachnachricht vom Samstagmorgen hat sich die Neuigkeit schnell verbreitet. Am Samstagnachmittag habe Pfarrer Witte noch eine Taufe gehabt, am Abend sei die Kirche dann wieder rappelvoll gewesen, ebenso am Sonntag, sagt Gemeindemitglied Maria Dehling. „Das ist natürlich jetzt das Thema Nummer eins“, so Maria Dehling. Die Betroffenheit in der Gemeinde sei groß, aber auch der Zuspruch, wie Kommentare in den Sozialen Medien zeigen.

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