Katholischer Pfarrer liebt Pastoralreferentin - das sind die Reaktionen

rnKatholische Kirche

In den Sozialen Medien gibt es viel Lob für die Entscheidung eines Pfarrers und einer Pastoralreferentin, eine Familie gründen zu wollen. Kritik gibt es auch: an der katholischen Kirche.

Kirchhellen

, 11.02.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie hat für Aufsehen gesorgt, die Nachricht, dass Pfarrer Ulrich Witte und die Pastoralreferentin Caroline Johnen zusammen Kirchhellen verlassen werden. Das Verhältnis der beiden habe sich innerhab von vier Monaten intensiviert und nun möchten sie zusammen eine Familie gründen.

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Caroline Johnen hat sich in einer Ansprache bei der Gemeinde in Kirchhellen für diesen Schritt entschuldigt. Aber die Gemeinde scheint es den beiden nicht übel zu nehmen, im Gegenteil: Es gab Applaus im Gottesdienst, Lob und Verständnis später in den Sozialen Medien.

Viel Zuspruch für junge Liebe und Kritik an Kirche

Auf Facebook schreibt Andrea Baumann auf der Redaktionsseite der Dorstener Zeitung: „Das ist einer der Gründe, warum ich aus der katholischen Kirche ausgetreten bin. [...] Warum sollen katholische Geistliche nicht das Glück einer Partnerschaft oder Ehe mit Familie erleben dürfen?- Das tut doch ihrem Glauben keinen Abbruch. Im Gegenteil. So können sie sich viel besser in die Sorgen und Nöte ihrer „Schäfchen“ hineinversetzen.“

Auch Barbara Klobusch zollt Ulrich Witte und Caroline Johnen ihren Respekt: „Wohin die Liebe fällt - ich wünsche alles Gute und Respekt für diesen Schritt!“

Peter Risthaus schreibt: „Respekt, das ist der erste Schritt in Richtung ,Katholische Kirche des 20. Jahrhunderts‘.“

Nachfolge und Übergang noch nicht geklärt

Von Seiten des Bistums Münster war am Dienstag nicht zu erfahren, wer das Amt des Pfarrers in der St. Johannes-Gemeinde übernehmen wird. „Die Pfarrstelle wird wieder besetzt. In welcher Weise dies geschieht und wie der Weg des Übergangs gestaltet wird, wird zunächst mit der Pfarrei abgestimmt“, teilte die Pressestelle des Bistums mit.

Bitte ein Pfarrer um die Entpflichtung vom Priesteramt, unterstütze und berate ihn das Bistum Münster, heißt es in der schriftlichen Erklärung weiter. Da die Rahmenbedingungen der Einzelnen jedoch sehr unterschiedlich seien, falle auch die Form der Unterstützung und Begleitung individuell aus. „Dies trifft auch für die beruflichen Perspektiven zu.“ Das Bistum zahlt nach eigenen Angaben für die Zeit der priesterlichen Tätigkeit die entsprechenden Sozialbeiträge rückwirkend in die Deutsche Rentenversicherung.

Winfried Stuke ist Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Johannes in Kirchellen. Auf die Frage der Redaktion, wer sich nun mit den Aufgaben von Ulrich Witte befasse, antwortete er: „Im Laufe der Woche werden wir mehr wissen, aber die Messen finden trotzdem wie gewohnt statt.“

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