Kein Denkmalschutz für Dickmann-Kessler

Zu viele Umbauten

Die Traditionsgaststätte Dickmann-Kessler wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Das geht aus einer Erklärung hervor, die am 8. März um 15 Uhr in der Bezirksvertretung Kirchhellen diskutiert wird. Seit November vergangenen Jahres ist das Haus an der Hauptstraße Geschichte. Der ehemalige Kirchhellener Marcel Luthe hatte angeregt, das Haus auf die Denkmalliste setzen zu lassen.

Kirchhellen

, 03.03.2016, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kein Denkmalschutz für Dickmann-Kessler

Seit November hat das Gasthaus an der Hauptstraße geschlossen.

Der Dorfcharakter gehe verloren, wenn die kultige Kneipe dem Bagger zum Opfer falle, hatte Luthe Mitte Januar gewarnt. Und einen Brief an Oberbürgermeister Bernd Tischler geschrieben mit der Bitte, eine Eintragung der Gaststätte in die Denkmalliste zu prüfen.

Zuständig für die Prüfung ist die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bottrop. Sie hat in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) untersucht, ob das Gebäude ein Baudenkmal ist. Zunächst wurden verschiedene Archiv-Quellen und Dokumente des Heimatvereins ausgewertet. 

Nicht denkmalwert

Am 9. Februar (Dienstag) hatten LWL-Gutachter Dr. Hans H. Hanke, ein Vertreter der Unteren Denkmalbehörde sowie Eigentümer und Pächterin das Gebäude besichtigt. Einen Tag später teilte der LWL mit, dass „die Gebäude der Gaststätte Dickmann-Kessler erhaltenswert, aber nicht denkmalwert“ seien.  Grund für die Ablehnung sind hauptsächlich die zahlreichen Umbauten im und am Gebäude. In einer Stellungnahme des Gutachters Hanke heißt es dazu: „Weil wegen der durchgreifenden und zahlreichen Umbauten ein Denkmalwert aus gegenwärtiger Sicht nicht zu begründen ist, raten wir davon ab, das Objekt in die Denkmalliste der Stadt Bottrop aufzunehmen.“

Zahlreiche Umbauten

Ursprünglich war das Gasthaus Dickmann 1830 als Wohn- und Werkstattgebäude von Zimmermann Theodor Heinrich Dickmann errichtet worden. Gleichzeitig mit dem Bau eröffnete er jedoch dort auch eine Gaststätte.  „Zahlreiche weitere Umbauten für Wohn- und Wirtschaftszwecke prägten das Innere und Äußere des Gebäudes“, schreibt Hanke.

Auch der Dachstuhl stamme überwiegend aus dem 20. Jahrhundert. Nur im Obergeschoss des Vorderhauses seien noch historische Türen und Deckenbalken erkennbar. Zwar sei das Gebäude im Äußeren „als eines der ganz wenigen baulichen Zeugen der Geschichte des 19. Jahrhunderts in der Kirchhellener Mitte zu erkennen“, aber auch das Äußere sei durch neue Fenster und neuen Putz verändert worden.

Noch Hoffnung

Marcel Luthe, der den Stein ins Rollen gebracht hat, hat die Hoffnung dennoch noch nicht aufgegeben. „Viele Kritikpunkte ließen sich beheben, wenn man bestimmte historische Dinge wie zum Beispiel die Fenster wieder einbauen würde“, sagte er am Donnerstag auf Anfrage der Dorstener Zeitung.

Er hofft, dass sich Bürger und die Kirchhellener Lokalpolitiker nicht mit der bisherigen Entscheidung zufriedengeben werden. „Es geht schließlich nicht um die Immobilie an sich, sondern um ihre soziale Bedeutung für das Dorf“, so Luthe.  

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