"Kein Ende meiner politischen Arbeit"

Was macht Anette Bunse jetzt?

In den Landtag hat es die CDU-Politikerin nicht geschafft. Lange Trübsal blasen kann Anette Bunse aber nicht, und für die große Langeweile hat sie auch keine Zeit. Denn sie schmiedet Pläne für die Zukunft.

KIRCHHELLEN

, 24.07.2017, 17:26 Uhr / Lesedauer: 3 min
"Kein Ende meiner politischen Arbeit"

Langeweile kennt Anette Bunse nicht. Sie hat viele Ideen für die Zukunft und schmiedet fleißig Pläne.

Hand auf’s Herz: Waren Sie traurig oder erleichtert, als Sie erfahren haben, dass der Einzug in den Landtag nicht geklappt hat? Natürlich war ich traurig. Denn darauf habe ich natürlich hingearbeitet. Wobei ich auch sagen muss, dass ich zeitlich eingespannt war. Ich spüre nun eine Entlastung, was auch an der Sommerpause liegen kann. Die Fahrtzeiten nach Düsseldorf entfallen und ich muss nicht mehr so viele E-Mails lesen, die ich im Zuge meiner Arbeit im Landtag bekommen habe.

Wie viel mehr Freizeit haben Sie jetzt? Die Fahrten nach Düsseldorf haben mich insgesamt drei Stunden täglich gekostet. Jetzt kann ich diese freie Zeit nutzen, um mehr in meinem Garten zu arbeiten und Zeit mit der Familie zu verbringen. Ach, die Zeit kann ich mit so vielen Dingen füllen. Ich hätte so gerne weiter in Düsseldorf gearbeitet. Dass ich das nun nicht mehr machen kann, bedeutet aber nicht das Ende meiner politischen Arbeit. Ich muss nun keine Pflichtlektüren mehr lesen, sondern kann die Zeit für Themen nutzen, die ich spannend finde.Welche Erinnerung an diese Zeit ist am prägendsten für Sie gewesen? Die Arbeit im Schulausschuss. Inklusion war das emotionalste Thema für mich. Genauso wie G 8 und G 9 und der Masterplan für Grundschulen, die mehr Lehrer benötigen.Was denken Sie: Zu welcher Veränderung haben Sie und Ihre Partei am meisten beigetragen? Wir haben gemeinsam mit den Ruhrgebiets-Abgeordneten erreicht, dass es in Nordrhein-Westfalen eine neue Landesregierung gibt. Wir haben gesehen, dass Anträge, die wir eingereicht haben, zum Beispiel zur Bildung, nun im Koalitionsvertrag feststehen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, Themen umzusetzen. Die kritische Beobachtung hat bei der SPD und den Grünen in den vergangenen Jahren gefehlt. Da hieß es „Augen zu und durch“. Jetzt können wir die Dinge neu betrachten und gemeinsam überlegen, was sinnvoll für die Bürger ist.Konnten Sie in den fünf Jahren, die Sie im Landtag arbeiteten, Kontakte knüpfen, die Sie nun für Ihre kommunale Arbeit nutzen können? Natürlich. Ich konnte mir ein Netzwerk aufbauen und habe während der Fraktionsarbeit und darüber hinaus fachlich sehr kompetente und viele freundliche Menschen kennengelernt.Wen zum Beispiel? Ina Scharrenbach (Anmerkung der Redaktion: CDU-Mitglied). Eine, meiner Meinung nach, sehr kompetente und engagierte junge Frau. Sie ist die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung. Das ist ein neu geschaffenes Ministerium, das dafür sorgen soll, dass ein intensiver Austausch zwischen Land und Kommune stattfindet. Der Ausbau der Kommunikationswege zwischen Land und den Kommunen halte ich für sehr wichtig. Das ist nötig und ich bin sehr auf die Arbeit von Frau Scharrenbach gespannt.Wo sehen Sie im neuen Koalitionsvertrag eine Chance für Kirchhellen? Dass nun mehr auf Kommunikation und einen Dialog zwischen Kommune und Land gesetzt wird, wird sicher Auswirkungen auf Bottrop und damit auch auf Kirchhellen haben. Wie genau die Zusammenarbeit ausschauen wird, ist noch nicht endgültig klar. Außerdem soll laut Koalitionsvertrag geschaut werden, wo die finanzielle Belastung der Kommunen liegt.Ganz konkret: Wie setzen Sie sich nun weiterhin politisch ein? Ich freue mich auf die Arbeit des Arbeitskreises Bildung der Frauenunion. Wir möchten Chancen durch Bildung ermöglichen. Die kommunale Arbeit setze ich weiterhin fort. Dabei hoffe ich auf den Input der neuen Landesregierung. Mich interessiert der Ausstieg aus dem Bergbau im Jahr 2018 und ich bin sehr gespannt, wie das neue Kompetenzzentrum die interregionale Zusammenarbeit fördert. Da ist es für Kirchhellen gut, dass es hier schon eine Struktur gibt. Das ist für Kirchhellen herausragend: Wie schaffen wir es, wohnen, bilden und arbeiten zusammen zu kriegen? Das Thema Innere Sicherheit spielt auch eine immer größere Rolle. Wo früher die Polizei nicht gern gesehen war, freut man sich über die Anwesenheit der Beamten. Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt, der durch das Ministerium einen Namen und einen bedeutsamen Stellenwert bekommen hat. Ich möchte mich kommunal mehr einbringen, was ich sehr vernünftig finde, da ich noch keine politischen Abnutzungserscheinungen habe, weil ich noch nicht so lange dabei bin. Ich bin sehr neugierig auf kommunale Themen und möchte mehr in Zukunft mehr in Ausschüsse gehen.

Lesen Sie jetzt