Kirche mit Fundament aus Bruchsteinen

KIRCHHELLEN Der Heimatverein war auf einem Ausflug, die Messe begann um 11 Uhr und so kamen lediglich 20 Interessierte am Sonntag zum alten Kirchplatz, um dort den Tag des offenen Denkmals zu begehen.

von Von Yvonne Dziabel

, 14.09.2008, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kirche mit Fundament aus Bruchsteinen

Horst Burger nutzte dafür Gammastrahlen, mit denen er ein Gammastrahlen Flächen Diagramm erstellte, das verschiedene Schichtgrenzen von Materialien im Boden zeigt. Damit erkennt man im Boden verbliebene Grundmauern. Er fand auch am alten Kirchplatz einige Mauern, Gräber und Säulen, die er mit  Holzpfählen kennzeichnete.

Bezirksbürgermeisterin Margot Hülskemper erklärte in ihrer Ansprache, bei der die schon lange geforderte Informationstafel enthüllt wurde, die Geschichte des alten Kirchplatzes. „Wann die erste Kirche in Kirchhellen errichtet wurde, lässt sich bei dem gänzlichen Fehlen von Urkunden nur vermuten. Erst mit Beginn des 11. Jahrhunderts beginnt sich das Dunkel zu lichten. Wir können das Bestehen einer Kirche mit ziemlicher Sicherheit in der Zeit vor dem Jahre 1000 vermuten“, so die Bezirksbürgermeisterin. Wo diese gestanden hat, lässt sich aber nicht so genau sagen.

Am alten Kirchplatz sei der älteste Teil der Kirche in den Jahren von 1200 bis 1250 erbaut worden. „Wir können vermuten, dass die Fenster frühgotisch, die Fundamente und die unteren Mauerschichten aus Bruchsteinen waren. Der zweite Erweiterungsbau mit spätgotischen Fenstern stammt aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts“, berichtete Margot Hülskemper. „Der dritte und jüngste Teil der Kirche samt dem Turm ist in den Jahren 1844 bis 1847 erbaut worden. Eine geplante Erweiterung der Kirche im Jahre 1880 wurde vom Bistum und der kirchlichen Gemeindevertretung nicht genehmigt. Bis 1895 ist rund um die Kirche beerdigt worden“, so die Bezirksbürgermeisterin.

1917 brannte die Kirche ab. Einen Wiederaufbau erwog man damals nicht, da der Kirchenraum durch die Vermehrung der Einwohnerzahl ohnehin zu klein geworden war. „Somit stellte sich nach der Errichtung der neuen Kirche einige Meter weiter die Frage, was mit der Ruine geschehen könne. Mit dem Neubau, der Inflation und der wirtschaftlichen Rezession hatte man allerdings genug Sorgen, und so verfiel die Ruine immer mehr. Im Jahre 1932 entschloss man sich, die verbliebenen Ruinenreste abzubrechen und den Platz zu einem Gedächtnisplatz für die Kriegsopfer umzugestalten“, erzählte Margot Hülskemper das Ende der Geschichte.

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