Hermann Gahlen (l.) und Stefan Stets hoffen, das Interesse der jüngeren Generationen zu wecken und den Spaß am gemeinschaftlichen Singen weiterzugeben. © Valerie Misz
Kirche

Kirchenchor fehlt Nachwuchs: „Wird langfristig immer schwieriger“

Der Vorsitzende des Kirchenchors St. Mariä Himmelfahrt in Feldhausen und der Chorleiter machen sich große Sorgen um das langfristige Bestehen des Chores.

„Die Gemeinschaft, der Spaß und die Geselligkeit stehen an erster Stelle“, erklärt der erste Vorsitzende des Chores Hermann Gahlen, der seit 41 Jahren als Vorsitzender fungiert. Während der Chor zu guten Zeiten bis zu 55 aktive Mitglieder zählte, sind inzwischen leider nur noch 31 mit dabei.

„Als ich angefangen habe im Kirchenchor zu singen, waren wir ein sehr junger Chor. Aus dieser Zeit sind auch noch einige dabei, aber wenn keine neuen Mitglieder hinzukommen, wird es langfristig immer schwieriger“, so Gahlen.

Warum inzwischen so wenig Interesse am Mitwirken bei einem Chor an den Tag gelegt wird, versteht er nicht. „Unsere ehemalige Chorleiterin hat immer gesagt: ‚Singen kann jeder‘. Bei uns geht es darum, gemeinschaftlich die Musik zu genießen. Inzwischen sind so viele Familien nach Feldhausen gezogen, man müsste sich einfach mal anschauen, wie schön das ist.“

Chorleiter sieht Entwicklung mit Sorge

Singen ist in, Kirchenchöre sind out. Während sich Gospelchöre beispielsweise weiterhin wachsender Beliebtheit erfreuen, wird es für gemischte Kirchenchöre – vor allem im ländlichen Raum – zunehmend schwieriger. Dabei spielt weder im Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt noch in Grafenwald eine Rolle, wie alt man ist, woher man kommt, ob man ausgezeichnet singen kann oder welcher Konfession man angehört.

„Das ist wirklich völlig egal“, erklärt Stefan Stets, der Kirchenmusik studiert hat und als Musiklehrer sowie Chorleiter der beiden Chöre tätig ist. „Viele haben noch die Vorstellung, dass ausschließlich auf Latein gesungen wird – so, wie es früher einmal war. Das ist aber schon sehr lange nicht mehr der Fall. Alles ist moderner geworden.“

Ein geselliger Abend in der Woche

Der Kirchenchor St. Mariä Himmelfahrt probt einmal wöchentlich am Donnerstagabend um 20.10 Uhr. Hier kann man bei der Probe den üblichen Alltagsstress vergessen und schöne Stunden verbringen. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Musik eine beruhigende Wirkung hat. Man hat die Möglichkeit abzuschalten und von Stress Abstand zu nehmen“, weiß der Musiker.

Üblicherweise hat der Kirchenchor einmal im Monat den Gottesdienst der Gemeinde mitgestaltet. Weil das immer sehr gut angenommen wurde, soll das auch in Zukunft wieder der Fall sein. Zusätzlich werden besondere Feiertage und Anlässe wie Ostern, Weihnachten und St. Martin von dem Chor musikalisch untermalt.

Wer in die Proben des Kirchenchors hineinschnuppern möchte, kann sich bei Stefan Stets unter (0179) 4540514 oder bei Hermann Gahlen unter der (02045) 8540475 melden.