Klima-Notstand: Stadt Bottrop ergreift erste Maßnahmen

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Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr den Klimanotstand ausgerufen hat, folgen jetzt erste Maßnahmen. Davon ist auch Kirchhellen betroffen.

Kirchhellen

, 24.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Temperaturen an die 40 Grad und ein aufgeheiztes Stadtklima, das im Sommer gerade für ältere Menschen kaum erträglich ist - der Klimawandel ist auch in Bottrop zu spüren. Der Rat hat im Juli vergangenen Jahres den Klima-Notstand ausgerufen und beschlossen, konkrete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Eine dieser Maßnahmen ist die Begrünung von Dachflächen - unter anderem auch in Kirchhellen.

Diskutiert wird darüber im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz am 30. Januar. Klar ist, dass, wo in Bottrop neu gebaut oder umgebaut wird, immer auch die Möglichkeit der Dachbegrünung geprüft werden muss. Am besten eignen sich dafür natürlich Flachdächer oder Dächer mit einer maximalen Neigung von 15 Grad. Seit 2018 gibt es vom Regionalverband Ruhr (RVR) ein verbandsweites Grünflächenkataster. Dort kann jeder Eigentümer schauen, ob das Dach seines Hauses sich zur Begrünung eignet oder nicht.

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Prinzipiell gibt es zwei Arten der Begrünung: Bei der intensiven werden Sträucher, Stauden und sogar Bäume auf das Dach gepflanzt. Entsprechend aufwendig ist die Pflege und die meisten bestehenden Flachdächer kommen aus statischen Gründen dafür nicht infrage. Wesentlich weniger Pflege wird notwendig bei der extensiven Begrünung mit Moosen, Kräutern und Sukkulenten. Diese sind nicht schwerer als die sonst übliche Kiesschicht, schützen aber laut Ausführungen der Stadt vor Frost, Hitze und UV-Strahlung.

Grüne Dächer kosten mehr

In ihrer Vorlage führt die Stadt jedoch auch aus, dass ein begrüntes Dach mit 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter deutlich mehr kostet als ein Dach mit Folien- oder Bitumeneindeckung (rund 22 Euro pro Quadratmeter). Die Mehrkosten seien jedoch oft förderungsfähig. Um mehr Eigentümer für die Begrünung ihres Daches begeistern zu können, sollen das Quartiersmanagement sowie das Zentrum für Information und Beratung bis Ende des Jahres zu Anlaufstellen für interessierte Bürger werden.

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Jetzt hat die Verwaltung eine Übersicht verfasst, wo es in Bottrop bereits Gründächer gibt und wo welche in Planung sind. Diese Übersicht wird im Ausschuss am 30. Januar vorgestellt. Bereits begrünt sind zum Beispiel der Neubau des Gründerzentrums, die Radstation am Hauptbahnhof sowie diverse Kitas in Bottrop. In Planung ist unter anderem auch die Begrünung des Daches des Feldhausener Teilstandortes der Gregorschule in diesem Jahr. Auch die neue Kita an der Horsthofstraße soll ein grünes Dach bekommen.

Gründächer müssen gewartet werden

Auf Anfrage der Verwaltung hat die Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBB) erklärt, keine Gründächer im Bestand zu haben. Umsetzbar sei eine Begrünung ohnehin erst nach einer Dachsanierung sowie Überprüfung der Statik. Viele Flachdächer seien außerdem mit Mobilfunk- und/oder Photovoltaikanlagen belegt. Insgesamt äußert sich die GBB nach Angaben der Stadt kritisch zum Thema Dachbegrünung: „Sie verursachen permanente Wartungskosten (...) und weiterhin ist der Aufwand im Fall einer Dachsanierung wesentlich höher“, heißt es in der Beschlussvorlage. Bei den anderen städtischen Beteiligungsgesellschaften wie beispielsweise der ELE, der BEST, der Vestischen sowie der Flugplatzgesellschaft gebe es keine Gründächer und es seien auch keine geplant.

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