Kokerei: Luftbelastung rückläufig, Verzehrempfehlung bleibt

Kokerei

Die Messergebnisse des vergangenen Jahres zeigen, dass die Luftbelastung im Umfeld der Bottroper Kokerei zurückgeht. Angebautes Blattgemüse darf trotzdem nicht unbedenklich gegessen werden.

Bottrop

22.03.2021, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Obwohl sich die Messwerte bezüglich der Luftbelastung im Umfeld der Kokerei in Bottrop bessern, hält die Stadt an der Verzehrempfehlung fest.

Obwohl sich die Messwerte bezüglich der Luftbelastung im Umfeld der Kokerei in Bottrop bessern, hält die Stadt an der Verzehrempfehlung fest. © Stadt Bottrop

Die Schadstoffbelastung der Luft im Umfeld der Kokerei Bottrop ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Das ist das Fazit der Bezirksregierung Münster und des Landesumweltamtes, das auf den Messergebnissen aus dem vergangenen Jahr beruht.

Der Jahresmittelwert 2020 betrug für Benzo(a)pyren (BaP) 1,1 Nanogramm pro Kubikmeter. Der Zielwert von 1 Nanogramm pro Kubikmeter wurde somit eingehalten, da die rechtlichen Rahmenbedingungen eine Rundung des Wertes vorsehen. Damit zeigen die Maßnahmen Wirkung, die dem Betreiber der Kokerei, Arcelor Mittal, von der Bezirksregierung Münster auferlegt wurden: Austausch der defekten Ofentüren, Erneuerung des Gleisbettes, Autopositionierungssystem für die Ofentüren, Innerbetriebliche und organisatorische Optimierungen sowie eine stetige Schulung der Mitarbeiter.

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Dennoch wird die Bezirksregierung Münster weiterhin den Anlagenbetrieb der Kokerei stringent überwachen. Zusätzlich wurde ein externes Gutachterbüro beauftragt, das zunächst seit Februar und bis Juli 2021 zusätzlich unangemeldete Kontrollen durchführt. Im Sommer werde entschieden, wie das weitere Überwachungskonzept ausgestaltet werde, so die Bezirksregierung: „Der Betreiber Arcelor Mittal ist gefordert, alle zur Verbesserung des Emissionsverhaltens der Kokerei getroffenen Maßnahmen weiterhin optimal umzusetzen.“

Verzehrempfehlung aufgrund erhöhter Werte in Bottrop

Neben der Belastung der Luft wurde im Umfeld der Kokerei seit 2018 die Einträge der Immissionen in Grünkohlpflanzen gemessen. Aufgrund der erhöhten Werte an Benzo(a)pyren und anderen polyzyklischen Aromaten (PAK 4) in den Pflanzen wurde für Teilbereiche in Welheim, Welheimer Mark, Batenbrock und Boy eine Verzehrempfehlung ausgesprochen. Diese Verzehrempfehlung wird die Stadt Bottrop einstweilen aufrechterhalten, weil die Messergebnisse in den Pflanzen sehr unterschiedlich ausfielen.

Auch 2020 wurden eine standardisierte Grünkohlexposition an ausgewählten Messorten durchgeführt. Während die Pflanzen, die zwischen Mai und August 2020 ausgebracht wurden (Sommergrünkohl), niedrige Belastungswert aufwiesen, zeigen sich durch neueste Ergebnisse an Pflanzen, die zwischen August und November 2020 wuchsen (Wintergrünkohl), deutlich erhöhte Belastungswerte.

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Es muss davon ausgegangen werden, dass die Einhaltung des Zielwertes von 1 Nanogramm Benzo(a)pyren pro Kubikmeter nicht automatisch dazu führt, dass es keine Belastungen der Nahrungspflanzen im Umfeld der Kokerei mehr gibt. Dementsprechend kann auch bei einer zukünftigen Einhaltung des Zielwertes in Bottrop nicht davon ausgegangen werden, dass Blattgemüse grundsätzlich bedenkenlos verzehrt werden kann. Das LANUV schlägt vor, im Jahr 2021 die Untersuchungen zur Immissionsbelastung von Nahrungspflanzen in Bottrop wie im Jahr 2020 fortzuführen und anzupassen.

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