Die CDU hat Federn gelassen und war daran selbst nicht unschuldig

rnKommunalwahl 2020

Auf so viel Zustimmung ist man im Berliner Willy-Brandt-Haus sicher neidisch: Bottrops SPD-Oberbürgermeister Bernd Tischler wurde mit mehr als 70 Prozent wiedergewählt. Ein Kommentar.

Kirchhellen

, 13.09.2020, 23:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Selbstverständlich: Bernd Tischler bleibt Oberbürgermeister in Bottrop. Und natürlich: Die CDU bleibt stärkste Kraft in Kirchhellen und schickt erneut Ludger Schnieder ins Amt des Bezirksbürgermeisters. Hier wie dort hatten die Herausforderer wohl nie eine echte Chance.

Aber immerhin traten sie an. Das muteten die Christdemokraten gar nicht erst jemandem zu. Sie leisteten als stärkste Oppositionsfraktion im Bottroper Rat den totalen Offenbarungseid und schickten nicht einmal einen eigenen Kandidaten ins Rennen. (Bei der nächsten Dezernenten-Wahl wird das garantiert anders sein.)

Bernd Tischler mache gerade in der Corona-Krise einen guten Job und sei über die Parteigrenzen hinweg ein Stadtoberhaupt für alle, ließ Parteichefin Dr. Anette Bunse im Juni verlauten und traf damit den Nerv vieler Bottroper und Kirchhellener.

1989 als junger Leiter des Umweltamts ins Rathaus

Mehr als 70 Prozent der Wähler schlossen sich dieser CDU-Meinung an und bestätigten damit die gleichermaßen erfolgreiche, engagierte und unaufgeregte Arbeit Tischlers für die Stadt, die „seine Stadt“ geworden ist, seit er 1989 als junger Leiter des Umweltamtes ins Rathaus kam.

Wermutstropfen dieses Wahlsonntags ist das Abschneiden der AfD. Sie wird vermutlich in Fraktionsstärke in den Rat einziehen und dort hoffentlich auf geschlossene demokratische Gegenwehr treffen.

Lesen Sie jetzt