Kreuz vom Kreuzkamp wird restauriert

"Eine Rarität"

Das Kreuz an der Ecke Kreuzkamp/Schulstraße soll ab Oktober wieder in altem Glanz erstrahlen. Um die Restaurierung kümmert sich der 79-jährige Schreinermeister Bernd Schlüter. Er nennt es "eine Rarität".

Kirchhellen

, 19.08.2015, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kreuz vom Kreuzkamp wird restauriert

Mehr als 100 Stunden Arbeit hat Bernd Schlüter bereits in die Restaurierung des Kreuzes des Hof Jüngers an der Dringenburg gesteckt.

Die Füße waren morsch, im Rücken klaffte ein sieben Zentimeter breiter Spalt vom Hals bis zur Hüfte. Regen, Kälte, Hitze, Wespen, Ameisen und Würmer hatten dem Holz zu schaffen gemacht. Der schlechte Zustand der Jesus-Figur am Kreuz an der Ecke Schulstraße/Am Kreuzkamp hatte den 79-jährigen Schreinermeister Bernd Schlüter oft betrübt. „Eigentlich ist es zu schade, dass es draußen steht.“ Hunderte Male sei er dran vorbei gegangen, erinnert sich Schlüter, der während seines Berufslebens vor allem Treppen angefertigt hatte, mittlerweile aber auch Expertise im Restaurieren von Kreuzen mitbringt. „In Kirchhellen habe ich schon drei Wegekreuze wieder fertig gemacht“, sagt er.

Mehr als 100 Stunden Arbeit

Elisabeth und Werner Jünger vom Hof an der Dringenburg, denen das Kreuz und der Platz, auf dem es steht, gehören, sind froh über den Arbeitseifer, den Schlüter nun bei der Restaurierung ihres Kreuzes an den Tag legt. „Wenn du das kannst, mach das!“, hätten sie ihm gesagt. Mehr als 100 Stunden hat Schlüter bereits in die Restaurierung gesteckt. Fünf bis sechs Stunden am Tag, manchmal aber auch abends bis 22 Uhr. Dabei beließ er möglichst viel im Original und ersetzte, was kaputt war.

Söller-Stiftung unterstützt die Restaurierung

Die Söller-Stiftung werde die Restaurierung finanziell unterstützen, kündigt Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder an. Und Peter Pawliczek vom Heimatverein will nachforschen, wie alt Kreuz und Korpus wirklich sind. Denn das wissen auch Werner und Elisabeth Jünger nicht. Unterstützung bei der Datierung soll Jörn Frey, staatlich geprüfter Techniker für Denkmalpflege und Altbauerhaltung, geben. Schätzungen gehen von mehr als 200 Jahren aus. „Eine uralte Arbeit“, müsse es sein, sagt Schlüter nach vier Wochen Beschäftigung mit dem Korpus.

Neues Kupferdach

Eine Woche Arbeit, glaubt Schlüter, hat er noch mit dem Dach. Dann wird ein Maler den Jesus-Korpus nicht mehr weiß, wie früher, sondern hautfarben anstreichen, so Elisabeth Jünger. Ein neues Kupferdach soll ab Oktober hoffentlich mehr Schutz bieten, als das alte Dach, das mittlerweile auch verwittert ist. Elisabeth Jünger verschweigt nicht, dass sie sich nach anderen Kreuzen umgesehen habe. „Die waren aber alle unpassend.“ Jetzt ist sie froh, dass die Restaurierung so tolle Fortschritte macht. Schlüter ist von dem Wert des Kreuzes jedenfalls überzeugt: „Das ist keine Antiquität, sondern eine Rarität.“

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