Kunsthistorikerin zeigte historische Schätze

St. Mariä Himmelfahrt

Die St.-Mariä-Himmelfahrt-Kirche ist schon seit 1460 ein fester Bestandteil Feldhausens. Beim vergangenen Kirchhellen-Tag zeigte Kunsthistorikerin Dominique Leichtfuss vielen Besuchern und auch unserer Mitarbeiterin Jana Kolbe die versteckten historischen Schätze der Kirche.

FELDHAUSEN

, 04.09.2015, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist das Besondere an der Kapelle? Im Vergleich zu anderen kleinen Kapellen ist sie noch sehr gut erhalten. Dass ein Dom gut erhalten ist und man dort noch viele Originalbauten findet, ist nicht selten. Dass der Bau hier in Feldhausen noch so gut erhalten ist und so viele Schätze verbirgt, ist etwas ganz Besonderes.

Schätze? Das klingt spannend ... Also erst einmal ist das Gebäude selbst natürlich ein kleiner Schatz. Denn obwohl die Kirche öfter erweitert wurde und durch Kriege zerstört, ist das Gemäuer an ein paar Stellen noch ursprünglich, genau so wie die bunten Fenster. Die fallen nicht nur jedem Besucher sofort ins Auge, sondern haben auch meine Aufmerksamkeit geweckt.

Warum? Die Fenster sind mit kleinen Einschränkungen noch Original aus dem Jahr 1485 erhalten. Solche Kirchenfenster findet man heute nur noch ganz selten. Ursprünglich stammen sie aus einer Kölner Glaswerkstatt und sind wohl im Gebäude hin und her gewandert.

Hin und her gewandert? Wie kann man sich das vorstellen? Dazu muss man wissen, dass die Kirche über die Jahre immer wieder erweitert wurde. Zur ursprünglichen Erbauung im Jahr 1460 war sie gerade mal so groß wie der heutige Chorraum. Im Laufe der Zeit kam dann der Bereich bis zu den ersten zwei Sitzbankreihen hinzu. Je größer die Kirche wurde, desto experimentierfreudiger wurde auch die Gestaltung. Also wurden die Fenster vollständig ausgebaut und an anderen Stellen wieder eingebaut. Inzwischen sind sie wieder an ihrem ursprünglichen Platz gelandet.

Und wo verstecken sich die anderen Schätze? Versteckt sind sie eigentlich nicht, aber die Kreuzreliquie fällt einem nicht sofort in den Blick, weil sie hinter dem Eisentörchen eingeschlossen ist.

Was ist das Besondere an dem Kreuz? In dem Kreuz soll Späne vom ursprünglichen Kreuz Christi enthalten sein. Es ist ein Geschenk vom Domkapitular aus Paderborn, der das Kreuz aus Jena holte und 1734 dann an die kleine Kapelle in Feldhausen weitergab.

Schade, dass es hinter dem Gitter untergebracht ist...

Das stimmt, allerdings ist auch das Gitter etwas Besonderes. In Verbindung mit dem Kreuz wurden auch hier die Zeichen aus dem Paradies verarbeitet. Kelch und Brot stehen für Blut und Leib, die Fische sind ein Zeichen für die christliche Gemeinschaft, genauso wie das Pax-Symbol.

Ist es nicht erstaunlich, dass man so viel über diese Dinge weiß? Die Dokumentation hat hier in der Gemeinde sehr gut funktioniert. Nur von der Madonna weiß man nicht, wo sie herkommt.

Gehört sie auch zu den Schätzen in der Kapelle? Ja. Auch wenn man nicht weiß, wo sie herkommt, weiß man, dass sie aus dem Zeitraum 1350 bis 1450 stammen muss. Ursprünglich soll sie auch mal bunt gewesen sein, sie ist also nicht mehr im Originalzustand, aber trotzdem noch ein echter Schatz.

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