Kurt Guske hat im Schreiben seine Erfüllung gefunden

rnRomanautor

Der Kirchhellener Kurt Guske hat schon mehr als 200 Gedichte geschrieben. Nun hat der 74-Jährige seinen ersten Roman veröffentlicht. Mit dem Schreiben begonnen hat er dank seiner Enkelin.

Kirchhellen

, 01.02.2019, 11:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Bild mit der Widmung von Angela Merkel hängt an der Wand bei seinem Schreibtisch. „Angie hat mir geschrieben und sich bedankt, als ich ihr vor drei Jahren ein Gedicht geschickt habe“, erzählt Kurt Guske stolz. Hier in seiner kleinen Nische in einem Kirchhellener Mehrfamilienhaus bringt der 74-Jährige seine Gedanken zu Papier.

Es sind Gedichte über das Leben - Geschichten über ganz alltägliche Dinge, die ihm in den Sinn kommen. Mehr als 200 Gedichte hat der Rentner in den vergangenen zehn Jahren verfasst. Und nun veröffentlicht Kurt Guske seinen ersten Roman.

Kurt Guske hat im Schreiben seine Erfüllung gefunden

Das Bild mit Widmung von Angela Merkel hängt direkt an Kurt Guskes Schreibtisch. © Julian Schäpertöns

Wenn der berühmte bunte Hund eine Person wäre, wäre es in Kirchhellen Kurt Guske, vielen auch bekannt als „Oppa Kurt“. Der extrovertierte Rentner ist nie verlegen, einen kleinen Plausch anzufangen. „Meine Frau ist manchmal etwas genervt, wenn ich bei einem Spaziergang durchs Dorf immer mit jedem Gespräche führen muss“, weiß der Rentner.

Denn zu fast allem und jedem fällt dem 74-Jährigen ein Gedicht ein, welches er aus dem Stegreif vortragen kann. „Es macht mir einfach großen Spaß zu reimen“, sagt der Hobbydichter. Die Gedichte fallen ihm dabei sehr schnell und spontan ein. Das Leben inspiriert ihn. „Wenn ich beim Arzt im Wartezimmer sitze, dann habe ich das Gedicht fertig, wenn ich drankomme“, erklärt der wortgewandte Kirchhellener und beginnt im eiligen Tempo das Gedicht vorzutragen, das er erst kürzlich seinem Urologen gewidmet hat.

„Schatz, dein Opa kann für dich alles!“

Angefangen hat alles vor zehn Jahren. Seine damals siebenjährige Enkelin hatte ihn gebeten, ein Gedicht für sie zu schreiben. „Schatz, dein Opa kann für dich alles!“, habe er ihr als Antwort gegeben und eine kleine gereimte Geschichte über einen Wolf geschrieben. Zwar nicht ganz kindgerecht, wie er heute zugibt, aber seine Leidenschaft für die Dichtkunst war damit entflammt.

„Sie war unglaublich wissbegierig und wollte immer neue Gedichte. Das hat mich geprägt“, erzählt Kurt Guske. Heute ist der ehemalige Pharmareferent, Chemielaborant, Ermittler und Versicherungsinspektor im Ruhestand und hat mit dem Schreiben und Dichten seine Erfüllung gefunden. Er schreibt Gedichte über Kirchhellen, über verschiedene Berufe, Weihnachten und Ostern, politische Themen, den Bergbau – eben über alles, was ihm gerade so einfällt.

Wenn Politiker und bekannte Persönlichkeiten nach Kirchhellen kommen, dann schenkt Kurt Guske ihnen sein Deutschland-Gedicht. Mit einem Lächeln im Gesicht blättert er durch ein Album, in die er die Dankesbriefe geklebt hat, die er in den vergangenen Jahren bekommen hat - von Joachim Gauck, Hannelore Kraft, Peter Altmaier, Ursula von der Leyen oder eben Angela Merkel. „In Berlin kennen sie mich schon“, weiß Kurt Guske und öffnet den Brief, den der ehemalige Bundespräsident ihm und seiner Frau zur Rubinhochzeit geschickt hat.

Sein erster Fantasyroman ist fertig

Eine Bekannte bringt ihn vor vielen Jahren dazu, seine Werke auch zu veröffentlichen. „Oppa Kurt, Band 1“ heißt sein Erstlingswerk. Es folgen Band 2, „Graf von Dunkelstein“ (eine gereimte Vampirgeschichte), sowie Tiergeschichten für Kinder. Nun erscheint in Kürze sein erster Roman mit dem Titel „Entführt, Vermisst, Verschollen“. Auf 295 Seiten erzählt Kurt Guske eine mysteriöse Abenteuergeschichte mit Fantasy- und Science-Fiction-Elementen.

Sein Roman handelt von Frank, der in seiner Wohnung von einer übernatürlichen Blase in eine Parallelwelt entführt wird. Dort jagen ihn schwarze Reiter mit Echsenköpfen. Er muss sich mit einer Gruppe, die ebenfalls ungewollt in dieser Parallelwelt gefangen ist, zahlreichen Gefahren stellen. Gelingt Frank die Flucht? Ein spannendes Abenteuer über den ewigen Kampf Gut gegen Böse.

Irre Geschichte mit viel Action

„Wie ich darauf gekommen bin? Ich bin halt etwas verrückt“, sagt der Autor und lacht. „Die Geschichte ist total irre und voller Action bis zum Ende.“ Die Idee hat der Kirchhellener schon länger im Kopf, als er Anfang 2018 mit dem Schreiben beginnt. Vor Weihnachten wird er fertig und schickt sein Buch an den Engelsdorfer Verlag. In zwei Wochen soll „Entführt, Vermisst, Verschollen“ auch im Buchhandel erhältlich (18 Euro) und im Internet bestellbar sein. Einen Teil des Gewinns möchte Kurt Guske an die Lichtblicke-Aktion spenden. Ihm ist es wichtig, sich immer wieder auch karitativ zu engagieren und Menschen eine Freude zu machen – vor allem Kindern.

Kurt Guske ist stolz auf seinen ersten Roman – und gespannt auf die Resonanz der Leser. Eine Fortsetzung schließt er nicht aus. Verrückte Ideen hat er genug. Kurt Guske hat für seinen Ruhestand seine Leidenschaft gefunden. Eine Kunstform, mit der er anderen Menschen eine Freude machen möchte. Eine, die ihn erfüllt und glücklich macht: „Ohne das Schreiben würde ich verrückt werden.“

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