Mehr Ladesäulen, mehr E-Autos - Bottrop arbeitet an neuem Konzept

Elektromobilität

Die Elektromobilität in Bottrop soll gestärkt werden. Damit das klappt, soll ein neues Konzept erarbeitet werden. Denn mit mehr Ladesäulen allein ist es nicht getan.

Kirchhellen, Bottrop

22.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stephan Patz (v.l.), Klaus Müller, Tobias Hofmann, Bernd Tischler und Hermann Blümel wollen E-Mobilität in Bottrop ausbauen.

Stephan Patz (v.l.), Klaus Müller, Tobias Hofmann, Bernd Tischler und Hermann Blümel wollen E-Mobilität in Bottrop ausbauen. © Stadt Bottrop

In Bottrop soll die Elektromobilität ausgebaut werden. Dafür wird in den kommenden Monaten mit Beteiligung der Bürger ein Konzept erstellt. So sind beispielsweise jetzt die Mieter aufgefordert, ihre Ideen und Vorstellungen in eine Onlineumfrage einzubringen. Diese ist zu finden unter www.bottrop.de.

„Elektromobilität ist in Bottrop kein Neuland. Bereits ab dem Jahr 2005 haben wir ein Elektroauto eingesetzt“, sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler bei der Vorstellung neuer Maßnahmen am Mittwoch (19. August). Mittlerweile hat die Stadtverwaltung 14 Stromer, vier weitere sind bereits bestellt. „Ich bin stolz, dass wir gemeinsam mit Oberhausen die erste rein elektrisch betriebene Buslinie haben“, so Tischler. Die Line 979 nach Sterkrade fährt emissionsfrei.

„Mit dem Konzept wollen wir Hemmschwellen abbauen. Es sollen wirtschaftliche und technische Fragen beantwortet werde“, so der Technische Beigeordnete Klaus Müller. Innerhalb der Stadtverwaltung haben sich E-Pkw und Kleintransporter als praxistauglich erwiesen. Auch sollen für Gewerbetreibende Wege aufgezeigt werden, wie umweltfreundliche Mobilität wirtschaftlich sinnvoll ermöglicht werden kann. Ferner werden Fragen beantwortet, wie der Strom für die Autos aus ökologischen Quellen bereitgestellt werden kann. „Elektroautos sind nur so klimafreundlich, wie der Strom mit dem sie betankt werden“, so Müller.

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Das Elektromobilitätskonzept wird vom Institut für Klimaschutz, Energie, und Mobilität (Ikem) in Berlin erstellt. Hermann Blümel von Ikem erläuterte mit dem Aufbau einer bedarfsorientierten Ladesäulen-Infrastruktur einen weiteren Fokus des Konzepts. „Bottrop hat bereits jetzt 56 öffentlich zugängliche Ladepunkte und liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt“, erklärte er. In Bottrop kommen auf einen Landepunkt vier Stromer, bundesweit sind es neun. Allerdings hängt Bottrop bei der Zulassung von E-Pkw etwas zurück. 214 E-Autos rollen durch Bottrop.

Die meisten laden an privaten Ladestationen

Der weit überwiegende Teil wird an privaten Ladestationen betankt. Lediglich 15 Prozent werden an öffentlichen Plätzen geladen. Bei der Aufstellung weiterer Ladesäulen gäbe es zahlreiche Restriktionen zu beachten, so Blümel. Die Parkplätze brauchen beispielsweise einen Stromanschluss und die Fundamente dürfen keine Straßenbäume beschädigen. Wo es Bedarf für weitere Steckdosen gibt und wie die E-Mobilität insgesamt erweitert werden kann, will Hermann Blümel vom Ikem gemeinsam mit der Fachagentur Becker Büttner Held (bbh) bis Februar 2021 beantworten.

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