Mit dem Bus durch den Kuhstall

Seniorenfahrt

Wer am Donnerstag (22.8.) am Brauhaus vorbei kam, erblickte fünf Busse der Reihe lang aufgestellt. Davor fröhliches Gemurmel. Was auf dem ersten Blick eher einer Klassenfahrt glich, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Seniorenfahrt.

Kirchhellen

von Von Jana Kolbe

, 23.08.2013, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

230 Personen im Alter von 60 bis 80 ließen sich das ungewöhnliche Angebot von "Natürlich Kirchhellen" und der Söller-Stiftung nicht entgehen. "Wir hatten die Idee, die Seniorenfahrt wieder ins Leben zurufen und wollen den älteren Damen und Herren damit ermöglichen ihre Heimat noch mal aus einer ganz anderen Perspektive kennen zu lernen", erklärte Werner Dierichs, Vorsitzender von "Natürlich Kirchhellen".An alles gedacht  

Um 14 Uhr ging es los. Und gleich zeigte sich, dass die Organisatoren an alles gedacht hatten. Die kleinen Probleme des Älterwerdens wurden galant umgangen. Das Mikro wurden einfach etwas lauter gestellt, beim Einsteigen jedem die Hand gereicht. Die voll besetzten Busse starteten und die Fahrt begann zunächst mit ein paar kleinen Geschichten zum Brauhaus. Von dort aus ging es Richtung Grafenwald. Nach den ersten Metern fielen schon Gaststätten, Orte und Häuser auf, die viele sonst gar nicht wahrgenommen hatten. Darunter auch das Storchennest auf der Straße Richtung Grafenwald. "Seit 50 Jahren wurde der Storch dieses Jahr zum ersten Mal wider in Kirchhellen gesehen. Vielleicht haben wir im nächsten Jahr schon den ersten Storchennachwuchs", freute sich Peter Pawliczek vom Heimatverein. Er übernahm in einem der fünf Busse die Rolle des Kommentators. Besonders in Grafenwald, wo er seine Kindheit verbrachte, konnte er einige Anekdoten erzählen. Während der Fahrt wurde klar, dass es sich um eine ganz besondere Route handelte. Es wurden Wege und Straßen durchfahren, die man sonst eher selten nutzt. So konnten die Senioren auch Orte sehen, die nicht so leicht zu erreichen sind. Dabei kamen eine Menge Kindheitserinnerungen auf. "Dort auf der linken Seite haben wir früher als Kinder immer Fußball gespielt", schwelgte Peter Pawliczek in Erinnerungen.

Damit rief er auch in den Köpfen der Senioren Bilder aus vergangen Zeiten zurück. Fast schien es als würde man auf der Fahrt über den Postweg, den Sandweg, der früher als Straße diente, wieder unter den Füßen spüren. Nach Grafenwald, dem Besuch von Flug- und Golfplatz ging es über den Reckelsberg Richtung Olympiahof. Während das Publikum noch ganz ahnungslos war, kündigte Peter Pawliczek eine Weltneuheit an: "Wir haben jetzt eine Überraschung für Sie. Das hat es vorher noch nie gegeben!" Das Gemurmel im Bus wurde lauter. Dann hielten die Busse der Reihe nach vor dem Kuhstall auf dem Hof. "Hier auf dem Hof leben rund 500 Kühe, die jeden Tag 14 000 Liter Milch produzieren", erklärte Pawliczek, machte dann eine kurze Pause und fing an zu lachen. "Und da fahren wir jetzt durch!" Da schauten auch die Kühe nicht schlecht, als fünf Busse durch den Kuhstall fuhren. "Für mich war das, das absolute Highlight", sagte Alice Schmeine anschließend. Danach folgte noch ein Abstecher nach Feldhausen, bevor es wieder zurück zum Brauhaus ging, wo schon der gedeckte Kaffeetisch auf die 230 Senioren wartete. "Wir wollten einen richtig tollen Tag organisieren und ich glaube, das ist uns auch gelungen! Das würden wir auch im nächsten Jahr gerne wieder anbieten", sagte Dierichs zufrieden.

 

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