Neuer Förderverein "Zukunft Otterhotty" gegründet

Interview

Seit Anfang 2015 ist Pater Periya ein fester Bestandteil der Gemeinde Heilige Familie. Seine indische Herkunft hat bei den Grafenwäldern die Neugierde geweckt. So kam es, dass nach einem ersten Besuch des kleinen indischen Ortes Otterhotty der Förderverein „Zukunft Ottterhotty“ am Sonntag gegründet wurde. Mitarbeiterin Jana Kolbe sprach mit dem frisch gewählten 1. Vorsitzenden Bernhard Windmöller.

KIRCHHELLEN

, 10.08.2016, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum haben Sie sich ausgerechnet die Gemeinde Otterhotty ausgesucht? Das ist der Geburtsort unseres Paters Periya. Durch ihn sind wir ursprünglich auf die Gemeinde gekommen und nach unserem Besuch dort war klar, dass wir Otterhotty unterstützen möchten.

Welche Eindrücke haben Sie von der Reise mitgenommen? Es ist schon eine arme Gegend, in der viele Christen leben und die haben es in Indien zwischen den ganzen Hinduisten nicht gerade leicht. Als wir da waren, haben wir gemerkt, dass man mit wenigen Mitteln viel tun kann. Wir haben in der kurzen Zeit gemeinsam einen zweiten Brunnen gebohrt, damit die Menschen nicht mehr so lange Strecken zum Wasserholen auf sich nehmen müssen.

Der neue Förderverein will das jetzt offiziell weiterführen, richtig? Genau! Unsere Ziele sind die Förderung der Kinder-, Jugendlichen-, Erwachsenen- und der Altenhilfe. Wir möchten hilfsbedürftige Menschen unterstützen: Kranke genauso wie junge Menschen, die keinen Zugang zu Bildung haben.

Wie soll das genau aussehen? Wir fangen ja gerade erst an. Bisher stellen wir uns vor, dass wir die Menschen sowohl finanziell mit Spenden an die Kirchengemeinde oder private Institutionen unterstützen als auch ideell.

Das heißt? Bildung soll ein wichtiger Punkt unserer Arbeit und Unterstützung sein. Das fängt bei der Landwirtschaft an: Vielleicht können wir die Bauern vor Ort mit einem Landwirtschaftsexperten zusammenbringen, der ihnen erklärt, wie man Felder effizient beackert. Was wir wohl relativ schnell umsetzen können, ist der Aufbau einer Bibliothek. Mal eben in die Buchhandlung gehen, ist in Otterhotty unmöglich.

Warum? Die nächste Buchhandlung ist 200 Kilometer entfernt. Deswegen möchten wir in der Bibliothek Bücher für alle Altersklassen anbieten. Damit die Bildung auch außerhalb der Schule gefördert werden kann und die älteren Menschen durch aktuelle Zeitungen mal über ihr Dorf hinaus Informationen bekommen.

Gibt es in Otterhotty denn eine Schule? Tatsächlich gibt es sogar zwei staatliche Schulen, allerdings werden die staatlichen Abschlüsse nicht so hoch geschätzt. Deswegen wollen wir auch Stipendien an besonders talentierte Kinder vergeben, die dann an einer Privatschule unterrichtet werden. Aber auch für die staatliche Schule wollen wir etwas tun.

Haben Sie schon eine genauere Idee? Ja, die Schulen sind fast nebeneinander, haben aber beide keine richtige Ausstattung. Wir würden gerne eine richtige Toilettenanlage für beide Schulen bauen.

Auf jeden Fall haben Sie schon viele Pläne. Dann kann die Arbeit ja losgehen, oder? Natürlich, jetzt wo der Verein offiziell gegründet ist, können wir endlich Hand anlegen. Natürlich alles in Absprache mit den Gründungsmitgliedern und dem Vorstand. Wir würden uns aber auch über noch mehr Unterstützung freuen, schließlich haben wir einiges vor.

Der Förderverein „Zukunft Otterhotty“ wurde am Sonntag im Pfarrheim Grafenwald gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wurde Bernhard Windmöller gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden Alfred Drabiniok. Schatzmeister ist Ulrich Dobrindt, Schriftführer Hubert Haseke. Der Beisitz ist durch Willi Stennmans (1.), Christian Kott (2.) und Bernd Fockenberg (3.) besetzt.
Der Verein freut sich über neue Mitglieder, die die Gemeinde Otterhotty in Indien unterstützen wollen.
Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt rund 24 Euro. Wer sich dem Förderverein anschließen möchte, kann sich bei Bernhard Windmöller melden unter Tel. (02045) 8 35 22.

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