Notbremse ohne Testoption in Bottrop: Einzelhandel wieder geschlossen

Coronavirus

In Bottrop tritt die Notbremse in Kraft - und zwar ohne Testoption. Es sei eine Entscheidung für die Gesundheit, sagt der Oberbürgermeister.

Bottrop

, 29.03.2021, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Kirchhellen und im gesamten Bottroper Stadtgebiet fährt der Einzelhandel wieder runter. Die Notbremse tritt am 30. März in Kraft.

In Kirchhellen und im gesamten Bottroper Stadtgebiet fährt der Einzelhandel wieder runter. Die Notbremse tritt am 30. März in Kraft. © Archiv

In Bottrop tritt ab Dienstag (30.3.) die Notbremse in Kraft. Der städtische Krisenstab hat sich gegen eine Test-Option entschieden. Der Einzelhandel muss also wieder schließen. Ware kann nach Bestellung an der Tür abgeholt werden (click and collect).

Auch Museen und andere kulturelle Einrichtungen müssen schließen. Körpernahe Dienstleistungen sind nun wieder verboten - die Ausnahme sind medizinisch notwendige Leistungen, Friseure bleiben auch geöffnet. Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittelhandel und Drogerie bleiben ebenfalls offen.

Kreis Recklinghausen zieht Test-Option

Der Kreis Recklinghausen hatte am Wochenende die Test-Option auf den Weg gebracht und von der Landesregierung absegnen lassen: Der Einzelhandel im Kreisgebiet kann grundsätzlich geöffnet bleiben und körpernahe Dienstleistungen können weiterhin angeboten werden - nutzen kann man diese Angebote aber nur mit Termin und mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest.

„Wesentliche Entscheidungsgrundlage für den Stab war dabei die stürmische Zunahme des Inzidenzwertes in Bottrop in den vergangenen Tagen, der heute bei über 131 liegt und damit erstmals wieder über dem Landesdurchschnitt“, teilte die Stadt Bottrop mit.

Wirtschaftliche Belange seien intensiv diskutiert worden, heißt es weiter: „Doch bei aller Würdigung der prekären Situation im Handel wurde mehrheitlich ein Votum für die gesundheitlichen Belange der Bevölkerung getroffen, da die noch bis vor einer Woche durchaus ‚geringen‘ Werte bei den Infiziertenzahlen in den vergangenen Woche sprunghaft angestiegen sind.“

Tischler: Teststrategie hilft kurzfristig nicht

Ohne Notbremse, sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler, seien zu Ostern wieder Inzidenzwerte von an die 200 zu erwarten. Kurzfristig würden da auch keine Teststrategien helfen: „Es ist eine Entscheidung zur Erhaltung der Gesundheit der Bottroperinnen und Bottroper.“

Derzeit helfe nur „Zuhause bleiben, nur das Nötigste einkaufen, das gute Wetter zu Aktivitäten an der frischen Luft nutzen, ohne an größeren Treffen teilzunehmen“, so Tischler weiter. Ihm sei bewusst, dass viele Bürger genervt sind. Doch dem Virus sei das egal: „Es wartet mit seinen Mutationen auf Chancen, die wir ihm nicht geben sollten.“

Zuletzt hatte die Evangelische Kirchengemeinde Bottrop angekündigt, bis einschließlich 18. April auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

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