OGS-Kinder und Betreuerinnen lassen sich vom Virus nicht unterkriegen

rnDie gute Corona-Nachricht

Kinder und Betreuer im Offenen Ganztag lassen sich von Corona nicht unterkriegen. Ihre selbst gebastelten Martins-Laternen stellen sie einfach zum Leuchten ins Fenster.

von Maria Dehling

Kirchhellen

, 10.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jubeln der Kinder und die Freude am Miteinander klingen wie eh und je. Und doch ist es irgendwie anders, denn auf die eine oder andere lieb gewonnene Gewohnheit muss zurzeit verzichtet werden. Die Masken gehören mittlerweile für die Kinder zum Alltag – ob im Unterricht, beim Spiel, Sport, Lesen oder Basteln. „Das Tragen der Maske ist für unsere Kinder selbstverständlicher als für uns Erwachsene“, lobt Thekla Spell, Einrichtungsleiterin des vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen offenen Ganztags an der Gregorschule.

„Die erste Phase im Frühjahr war viel schwieriger, jetzt liegen die möglichen Einsatzszenarien konzeptionell in der Schublade, das ist ein gutes Gefühl.“ Für das Mittagessen wird mehr Platz gebraucht, gegessen wird nur jahrgangsweise. Dadurch fehlt der sonst bei den Kindern so beliebte Snoezelraum. Nach dem Unterricht genießen die Kinder hier eigentlich die Ruhe, hören Musik oder Geschichten.

Allein das Händewaschen dauert täglich mindestens 90 Minuten

Zurzeit sind 167 Kinder in der Ganztagsbetreuung. Nur zehn Familien haben sich entschieden, ihre Kinder nicht in die Betreuung zu geben. „Wir brauchen auch mehr Zeit für die Hygiene, die Kinder waschen sich mindestens sechsmal am Tag die Hände, das sind jeweils 15 bis 20 Sekunden, und alles muss von uns dokumentiert werden“, berichtet Thekla Spell. Auch das beliebte Musical mit selbst gebautem Bühnenbild und eigens genähten Kostümen fällt Corona zum Opfer.

OGS Gregorschule

Hannah Fockenberg (l.) und Thekla Spell vor Martins-Motiven und -Laternen am Fenster der OGS. © Maria Dehling

Auf dem Schulhof wird mit Abstand Softball gespielt. Drinnen wird gewerkelt. Kleine Wichtelfamilien scheinen fast lebendig zu werden. „Hallo Thekla, die Hausaufgaben konnte ich heute richtig gut machen. Wir waren alle leise“, so ein kurzer Zwischenruf an Thekla Spell.

Bei schönem Wetter zieht es Kinder und Betreuer nach draußen

Zurzeit ist das Wetter wieder hervorragend, und der Aufenthalt im Freien ist bei allen begehrt. „Ein besonderes Ziel für Betreuer und Kinder ist der ,Garten der Freude‘ hinter dem Gartencenter Fockenberg. In nur 20 Minuten sind wir dort hingelaufen. Wir finden Bastelmaterialien, können Geschichten nachspielen, Geräusche wahrnehmen – die Kinder können herrlich abschalten“, sagt Thekla Spell.

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Jüngste Kraft in der OGS ist Hannah Fockenberg. Als gebürtige Grafenwälderin und angehende Erzieherin radelt sie jeden Tag zu ihrem Einsatzort an der Gregorstraße. Sie hat schon als sogenannter Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) die Arbeit mit den Kindern und dem Team kennengelernt und war begeistert. Ihr Berufswunsch stand schnell fest: Erzieherin.

Erzieherin hilft Familien mit Bastelanleitungen

Jetzt, in ihrem Anerkennungsjahr, ist sie wieder zurück und hat für die OGS-Kinder und ihre Familien nicht nur eine Laterne gebastelt, sondern auch gleich eine wunderschön bebilderte Anleitung für Eltern und Großeltern entwickelt.

„Eigentlich ist es auch meine Aufgabe, Elternabende vorzubereiten, doch die dürfen zurzeit nicht stattfinden. So habe ich jetzt eine sogenannte ,kontaktlose Idee‘ erarbeitet, ein Briefing und eine Bastelanleitung für daheim erstellt. Ich freue mich, wenn möglichst viele Laternen mit den Kindern zu Hause gebastelt werden“, so Hannah. „Und das am besten mit einer Tasse Kakao und einer schönen Geschichte.“

So sieht sie die fertige Igel-Laterne aus.

So sieht sie die fertige Igel-Laterne aus. © OGS Gregorschule

Die Kinder hatten sich eine Igellaterne gewünscht, die ist es auch geworden. Die Kirchhellener Pfarrgemeinde hatte dazu aufgerufen, Lichter in Fenster zu bringen und das Licht mit Anderen zu teilen. Viele Igel kommen nun dieser Mut machenden Bitte nach.

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