Ortskern ohne Autos?

Diskussion über Beruhigung

Der Kirchhellener Ortskern ohne Autos – was vor vielen Jahren schon einmal Thema war, wird jetzt wieder aktuell. In der Sitzung der Bezirksvertretung diskutierten die Kirchhellener Politiker am Dienstag durchaus hitzig das Für und Wider.

Kirchhellen

, 08.11.2016, 18:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ortskern ohne Autos?

Wilhelm Stratmann plädiert für eine Beruhigung des Ortskerns.

„Ich plädiere ganz klar gegen eine Fußläufigkeit. Fremde fahren ansonsten außen herum, sehen also unseren schönen Ortskern nicht und kommen auch nicht wieder“, erklärte Ruth Becker (FDP). Sie hatte das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung setzen lassen. Ihr war zu Ohren gekommen, dass die SPD die Fußläufigkeit erneut aufgreifen wollte. „Ich wundere mich, dass sie das jetzt tut, wo es für den Einzelhandel eh immer schwerer wird. Denn der braucht die Durchlässigkeit und auch die Parkplätze“, so Becker. Willi Stratmann (SPD) hingegen wünschte sich eine Beruhigung des Ortskerns. „Das war schon vor 20 Jahren das Ziel der SPD“, erklärte er. Der aktuelle Zustand sei ein Kompromiss gewesen. Klar sei jedoch, dass sich im Ortskern etwas verändern müsse. Bei der Entwicklung wolle man jedoch alle – Bürger und Einzelhändler – mit einbeziehen.

Gemeinschaftsstraße als Lösung?

Eine Beruhigung – zum Beispiel durch eine Gemeinschaftsstraße (wir berichteten) – sei eine Möglichkeit und würde nicht automatisch zu weniger Parkraum führen, könne aber die Aufenthaltsqualität im Ort erhöhen. Die SPD stellte daher den Antrag, die Verwaltung zu beauftragen, Möglichkeiten zur Erhöhung der Fußläufigkeit im Ort zu prüfen.

„Ich kenne keinen Einzelhändler, der sich diese Fußläufigkeit wünscht. Wir sollten dieses Fass nicht wieder aufmachen“, konterte Bernhard Steinmann (CDU). Mit einer Fußgängerzone verlöre der Dorfkern jegliche Attraktivität. Er wünschte sich, den Fokus mehr auf mögliche Veränderungen am Johann-Breuker-Platz zu legen.

Leben durch Autos

Auch Rainer Hürter (CDU) sprach sich gegen eine weitere Beruhigung des Ortskerns aus: „Der Ort lebt durch die Nutzung der Autos. Veränderungen muss es geben, aber die Nutzung der Straße bei reduzierter Geschwindigkeit ist ausgesprochen sinnvoll.“ Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder riet dazu, das Thema als Tagesordnungspunkt der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung festzulegen. „So können wir uns alle informieren und eine Meinung bilden.“ Die Mehrheit folgte seinem Rat und lehnte den Antrag der SPD erst einmal ab.  

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